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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 225

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Das Dreigestirn
Date
1913-01-01
Page
Seite 225 (sequence 35)
Language
German
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225 synagogalen Gesang. So konnte Meister Deutsch auf ein weites Arbeitsfeld zurückblicken, und seine Schöpfungen fanden auch allgemein Würdigung. In den vornehmsten Familien Breslaus war er, vermöge seiner hohen Bildung und liebenswürdigen Wesens, ein gern gesehener Gast. In seinein Hause verkehrten Künstler und Schriftsteller. Mit seiner Gattin Amalie geborene Ausch lebte er seit 1851 in glücklichster Ehe. Ihr widmete er sein erstes Opus: „Die deutschen Synagogen- und Schullieder". Aus seine Kinder konnte er mit Freude und Vaterstolz blicken. Seine Söhne nehmen bedeutende staatliche und soziale Stellungen ein. Sie hängen mit rührender Pietät an ihrem Vater. Die Breslauer Gemeinde suchte ihn oft äußerlich zu erfreuen. Seine Silberhochzeit. 1876, wurde unter großer Teilnahme der Gemeinde gefeiert. Der Vorstand ehrte den Jubilar durch sein Erscheinen und durch Ueberreichung eines ansehnlichen Silbergeschenkes. Am 20. November 1884 feierte Deutsch sein 40 jähriges Amtsjubiläum als erster Kantor der Breslauer Synagogengemeinde. An dieser Feier bekundete die Kollegenschaft des In- und Auslandes ihreVerehrung fürMeisterDeutsch durch Bildung eines Komitees, bestehend aus den Herren Singer, Bauer-Wien, Bär - Gothenburg, Birnbaum - Königsberg, Sarasohn-Stettin und Rosenberger-Stockholm. Sie überreichten eine Adresse, die mit 100 Unterschriften von Kantoren, Sulzer an der Spitze, versehen war. Das Fest nahm einen glänzenden Verlauf, und der Jubilar war hocherfreut über alle Aufmerksamkeiten, dieihm von seiner Gemeinde und den Kollegen dargebracht wurden. Vier Jahre später, am 10. Dezember 1888, feierte Deutsch in körperlicher und geistigerFrischeseinen 70. Geburtstag. Auch bei diesem Anlaß suchte die Gemeinde den Jubilar zu erfreuen und ihre Verehrung kund zu tun. Der Vorstand erschien in der Wohnung des Jubilars, und unter Überreichung eines Silbergeschenks verlas der Vorsitzende eine von den Behörden gewidmete Huldigungsadresse. Beim Betreten des Gotteshauses an dem darausfolgenden Sabbat fand Deutsch seinen Platz mit Guirlanden bekränzt. So brachte auch diese Feier dem Jubilar 1b

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