Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Das Dreigestirn
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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218 Herzenstönen den Triumph des Glaubens über Tod und Verwesung verherrlicht hast." Die Rede Maybaums machte einen tiefen Eindruck und die Trauerversammlung nahm Abschied von Meister Lewandowski, dessen Gesänge ewig in den jüdischen Gotteshäusern erklingen werden. Gleich Salomon Sulzer war es auch Moritz Deutsch vergönnt, seine Kompositionen selbst zum Vortrag zu bringen. Denn Deutsch war nicht allein musikalisch sondern auch stimmlich hervorragend begabt, auch ihm war es vergönnt, die synagogale Musikliteratur zu bereichern. So wird es von Interesse sein, den Werdegang Deutsch's zu erfahren. Moritz Deutsch erblickte am 16. Dezember 1818 in Nikolsburg (Mähren) das Licht der Welt. Seine wohlhabenden Eltern ließen dem ungemein geweckten Knaben eine vielseitige Erziehung angedeihen, indem sie ihn sowohl im Hebräischen als auch in weltlichen und musikalischen Disziplinen unterrichteten. Ein besonderer Wunsch der frommen Eltern war es, daß der Moritz sich dem Talmudstudien widmen sollte, um später den Rabbinerberuf zu wählen. Deutsch genoß zuerst in seiner Vaterstadt einen gediegenen hebräischen Unterricht, dann bezog er 1840 die Universität Prag. Die Großstadt bot ihm reichlich Gelegenheit, neben seinen umfangreichen theologischen Studien auch seinen inneren Drang für Gesang und Musik zu befriedigen. Seiner großen Begabung und seinem unausgesetzten Fleiß ist es zu verdanken, daß er, noch im Jünglingsalter stehend, die rabbinische „Licentia docendi“ erlangte. Um seine talmudischen Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen, ging Deutsch nach Wien. Hier hörte er in der Seitenstettengasse den Gottesdienst unter Sulzer, über den Deutsch später die Worte schrieb: „Der Schöpfer dieses neuen Synagogengesanges, dieser auserwählte 6basao, dieser Originelle, dieser Unnachahmliche". Der Sulzersche Vortrag machte auf den jungen Theologen einen überwältigenden Eindruck, so daß