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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Das Dreigestirn
Date
1913-01-01
Page
Seite 217 (sequence 27)
Language
German
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217 einer zündenden Rede. „Aus Lewandowskis Werken," sagte er, „weht uns der israelitische Volksgeist, wie auch der Flügelschlag der jüdischen Geschichte entgegen, er hat die Zionsharfe von den Trauerweiden genommen und sie mit Palmenzweigen und Myrtenlaub bekränzt, den neuen Saiten, die er auf sie gezogen, entlockte er neue Weisen, die er aber alle aus der jüdischen Volksseele heraus gesungen hat." Anläßlich des seltenen Festes ehrte der Senat der musikalischen Sektion den Jubilar durch Ernennung zum Professor der Musik. So gestaltete sich dieser Tag zu einem Ehrentag für die Gemeinden Israels, in deren Gotteshäusern die Lewandowskischen Melodien erklingen. Nicht allein im Amte, sondern auch in der Familie genoß Lewandowski viele Freuden. Seine Gattin war stimmlich wie musikalisch hochbegabt und begleitete mit künstlerischem Verständnis die Bestrebungen ihres Gatten. Der Ehe entsprossen zwei Kinder, eine Tochter und ein Sohn. Die Tochter ist mit dem rühmlichst bekannten Religionsphilosophen, Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Hermann Cohen verheiratet, der Sohn, Dr. Alfred Lewandowski, ist in Berlin als praktischer Arzt tätig. Kurz nach seinem 50jährigen Jubiläum wurde Lewandowski in den Ruhestand versetzt. Nicht lange erfreute er sich der wohlverdienten Ruhe. Am 3. Februar 1891, drei Wochen nach dem Hinscheiden seiner treuen Lebensgefährtin, schloß Lewandowski seine Augen zum ewigen Schlafe. Dienstag, den 8. Februar, wurde er unter großer Beteiligung in der Ehrenreihe zur ewigen Ruhe gebettet. Rabbiner Dr. Maybaum hielt im Aufträge des Gemeindevorstandes die Trauerrede. Dieselbe schloß mit folgenden Worten: „Das sei dein Lohn, du teurer Diener deines Herrn, daß dein Lied fortklingt in der Gemeinde und den kommenden Geschlechtern kündet von der frommen Empfindung, die dich beseelte bis zum letzten Atemzuge deines Lebens. Und nun ziehe hin, verklärter Geist, schwinge dich empor auf den Flügeln jenes Sanges, der uns so oft getröstet und erhoben, darin du mit des Psalmisten Worten und mit deinen

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