Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Das Dreigestirn
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 24)
- Language
- German
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214 tümlichem Tone gehalten und dem kindlichen Gemüts zu-' gänzlich. Die vielseitige Tätigkeit Lewandoivski's fandauch verdiente Anerkennung. Anläßlich seines 25jährigen Amtsjubiläums wurde er zum Königl. Preußischen Musikdirektor ernannt. Sein Nachfolger in der alten Synagoge, Isidor Rosenfeld, führte zur Feier des Tages eine von ihm komponierte Fest-Kantate auf. Die Festrede beim/ Mahle hielt kein Geringerer als Leopold Znnz. Er kennzeichnete die Bedeutung Lewandowski's so schön, daß seine Worte hier wiedergegeben seien: „In einem wohlgeordneten Garten eintretend, verlassen wir zwar, auf anmutigen Plätzen lustwandelnd, auf einige Zeit den Gärtner, doch wir vergessen seiner nicht, jede, duftende Blume erinnert uns an ihn, und je länger wir umherschweifen, desto bewegter, desto rascher kehren wir um zu dem, welcher diese Anmut geschaffen. Ist der Jubilar der Gärtner, so sind die Arbeiten der vorausgegangenen Jahre der Garten, unter denen wir umherwandeln, uns zu ergötzen an den einzelnen Werken; unser Ergötzen ist das lautlose, aber nicht minder echte Lob des Meistert wegen Beruf und Leistung." Der Vorstand der jüdischen Gemeinde überreichte Lewandowski zu seinem 25jährigen Amtsjubiliäum ein Ehrengeschenk und eine Adresse. In seltener körperlicher und geistiger Frische war es- Lewandowski vergönnt, am 27. Dezember 1890 auch das- 50jährige Amtsjubiläum zu feiern. Dieser Tag gestaltete sich zu einer Art Familienfest. Es bildete sich ein Komitee, an dessen Spitze vr. Karpeles stand. Der Gottesdienst: in der neuen Synagoge nahm an diesem Sabbat ein besonderes Gepräge an. Der Dirigentenplatz des Jubilars war mit Topfgewächsen, Guirlanden und Lorbeerkränzen geschmückt. Nachdem Altmeister Lewandowski die Gesänge zum Schacharit-Gebet geleitet hatte, wurde er als zur Thora gerufen und von den Synagogenvorstehern auf einen Ehrenplatz geführt. Im Anschluß an die Schrifterklärung gab sodann Rabbiner Dr. Maybaum eine gedanken- und gefühlvolle Schilderung der Verdienste Lewandowskis um den Synagogengesang. Vom rQtt*