Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Das Dreigestirn
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 22)
- Language
- German
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212 wobei auch hier die einfache, edle, immer seelenvolle Form zu ersehen ist. Mit ganz besonderer Pietät ging Lewandowski an die Harmonisierung der traditionellen Melodien, wie Hammelech, Owos, Kaddisch für Tal und Geschem, Kol nidre, Olenu, Awodo, Al towo und Hoaderes w’hoemuno, dieselbe ist kunstvoll und von geist- und herzerhebender Wirkung. So wurden durch Lewandowski,wieLeopoldZunz trefflich sagte „alteGedanken zu jungen Empfindungen, und aus den Vorräten des Wortes bereitete seine Melodie eine wohlschmeckende Nahrung!" Kein Wunder daher, wenn das Erscheinen des Todo w’simro in den Fachkreisen mit Freuden begrüßt wurde. Das Werk fand Eingang in den Gemeinden Israels und trug zur Veredlung und Erbauung des Gottesdienstes wesentlichbei. „SobrachtendieLewandowskischen Gesänge, um mit Prof. Maybaum zu sprechen, dem Verhältnisse der Glaubensgemeinde nahe die Gedankenschätze der Vorfahren, sie wurden zum getreuesten Dolmetscher für die prophetischen Offenbarungen, von denen unser Gottesdienst durchzogen ist." Und die Träger des musikalischen Gottesdienstes ehren sich selber, wenn sie die Lewandowskischen Gesänge mit Fleiß und Eifer studieren, um sie im Geiste ihres Autors, des „Heros unter den Synagogenkomponisten", zum Vortrag zu bring en. Die Kompositionen der beiden monumentalen Werke Lewandowski's Kol Rinna und Todo w’simro erfreuen sich seit Jahren einer großen Popularität, weil ihr Schöpfer darin die idealen Ziele seines Volkes verfolgte. Daher behauptet Kantor Jacobsohn mit Recht: „Solange der jüdische Gottesdienst, die heilige Sprache, dieses Erbteil der Gemeinde Jakobs als Gebetsprache beibehalten wird, werden die Lewandowskischen Gesänge, weil sie mit dem hebräischen Texte gleichsam verwachsen sind, ihren Wert behalten." Nicht allein aus den hebräischen Gesängen Lewandowski's spricht der Erguß eines religiösen Gemütes und begeisterten Tondichters, sondern auch seine deutschen Psalmen, die er für den Gottes- . dienstkomponierte, atmen einen tief religiösen Geist. Und der hervorragendste Prediger seiner Zeit, vr. Michael Sachs, bekannte es mit dankbarem Herzen, daß er wohl den