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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 200

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Das Dreigestirn
Date
1913-01-01
Page
Seite 200 (sequence 10)
Language
German
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200 der Hörer vor. Wenn er ferner am Versöhnungstage mit weißem Gewände angetan, sang, mahnte er an den Hohenpriester im Tempel zu Jerusalem. Am 24. März 1866 feierte Sulzer unter großer Teilnahme weiter Kreise sein 40 jähriges Amtsjubiläuni. Der Vorstand der Wiener Kultusgemeinde richtete an den Jubilar eine Huldigungsadresse. Die französischen Rabbiner, an ihrer Spitze der Grandrabbi Isidor, gratulierten Sulzer zu seinem 40jährigen Amtsjubiläum. In dieser Zuschrift wird mit besonders warmen Worten hervorgehoben, welche Verdienste Sulzer sich um den synagogalen Kultus erworben und daß die Sprache keine Schranke sei, die die Völker von einander trenne*). Im Jahre 1874 war es Sulzer vergönnt, seinen 70. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische zu feiern. .Der Vorstand der Kultusgemeinde überreichte ihm wieder eine Adresse, und der Bürgermeister Dr. Felder zeichnete den Jubilar durch Ernennung zum „Ehrenbürger" der Reichs-, Haupt- und Residenzstadt Wien aus. Auch die italienischen Gemeinden in Venedig, Mailand und anderen Städten sandten dem Jubilar tief empfundene und schmeichelhafte Dankadressen. Im Jahre 1876 war es dem Altmeister Sulzer vergönnt, sein 50 jähriges Amtsjubiläum in voller geistiger Frische zu feiern. Auch dieses Fest gab Anlaß zu Ovationen verschiedener Art. Alle Kreise wetteiferten, dem großen Gesangsmeister ihre Huldigung darzubringen. Nach dem, was wir hier von Sulzer gehört haben, wird es keinem wunder nehmen, wenn der weltberühmte Oberkantor zu den Sehenswürdigkeiten Wiens gehörte. Ein Zeitgenosse schildert sein Aussehen mit den Worten: „Der alte Sulzer ist eine der populärsten Persönlichkeiten von Wien. Wer kennt ihn nicht, den merkwürdigen Charakterkopf mit dem grauen, gelockten Haare, den runden, feurigen Augen und dem energischen breiten Mund." Kein fremder Tonkünstler besuchte die Kaiserstadt, ohne einmal dem Vortrag Sulzers gelauscht zu haben. Allein auch dieser ') Salomon Sulzer von Ad. Kohut.

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