Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Das Dreigestirn
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 3)
- Language
- German
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193 namens Hugler, hervor, ließ sich umgürten, sprang in den Fluß und hatte alsbald Salomon glücklich gerettet. Dieser bewies noch in späteren Jahren dem Retter seine Dankbarkeit, indem er ihm eine lebenslängliche Pension aussetzte. Als Salomon nach der Rettung aus jener Gefahr, seinen, den entsetzlichsten Qualen entrissenen, Eltern zugeführt wurde, bemerkte er: „er habe ein Licht über seinem Haupte schweben sehen und keine Angst gehabt." Diese Episode aus Sulzers Leben war bestimmend für seinen folgenden Berus. Seine romantische Mutter bekleidete ihn fortan mit Weißen Kleidern und gelobte, den Knaben Gott zu weihen. Der vermögende Vater schickte seinen Sohn nach Endingen in der Schweiz in eine Talmudschule und später nach Karlsruhe zur Ausbildung in der Musik. Dort fühlte er besonders den Beruf in sich Kantor zu werden, worin die vorzügliche Entwickelung, die seine Stimme machte, ihn natürlich sehr bestärkte. Nach vollendetem Kursus in Karlsruhe wollte er in seiner Vaterstadt den erfaßten Beruf beginnen. Allein die Hohenemser Israeliten weigerten sich, Salomon, erst 13 Jahre alt und ein Kind ihrer eigenen Gemeinde zur Ausübung des Vorbeterberufes zuzulasfen, und es bedurfte erst eines förmlichen Dekrets Kaiser Franz I., in welchem er Sulzer zum Kantor in Hohenems ernannte?) Zugleich wurde ihm ein Zeitraum von 3 Jahren gegönnt, den er zu seiner Ausbildung und Vervollkommnung für das übernommene Amt benutzen sollte. Somit ist der Wunsch seiner Mutter, die darauf drang, daß der 13 jährige Salomon sich um die Stelle bewerbe, in Erfüllung gegangen. Sulzer verließ seine Vaterstadt, um die ihm gestattete Frist aufs vorteilhafteste zu verwenden. Er ging zunächst, wie Eduard Kulke zu erzählen weiß, nach der Schweiz. Sein Weg führte ihn zu einem der berühmtesten Kantoren jener Zeit, zu Herrn Lippmann' bei ihm nahm er Unterricht. Nach einem einjährigen Aufenthalt machte er mit seinem Lehrer eine Reise nach Frankreich. (1818). Der 14 jährige Salomon zog mit *) M. Rosenhaupt, jüd. Kantor 1884, Nr. 43. 13