Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Aus meiner Knabenzeit
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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- Cicero 1× ep/1024888
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178 das andere Buch Campes, Die Entdeckung Amerikas^ welches ein Mitschüler rvir lieh — für beide Schriften konnte sich der Verfasser bei der Abfassung derselben keinen fleißigeren und aufmerksameren Leser denken. In der Schule meines Vaters erreichte ich das ihr gesteckte Ziel statt mit dem 14. Lebensjahre bereits mit dem zehnten. Vorzüglich erlangte ich eine große Uebung im Rechnen, besonders im Multiplizieren, sodaß ich einmal vor dem Kreis-Landrat, der die Schule revidierte, meine Rechenkunst produzierte, indem ich eine mir aufgegebene Zahl sofort atemlos bis in die Hunderttausende vervielfältigte. Ergötzlich ist es mir noch heute, wie ich bei der Gelegenheit einer Prüfung die Aufgabe, den gestrigen Jahrmarkt ex teraxore zu beschreiben, behandelte. In meinem Aufsatze kamen nämlich die Worte vor: ״Es werden die Waren in Hütten gebracht, genannt Buden." Hierüber entstand eine ganze Diskussion unter den anwesenden Herren. Der Schulinspektor, Pastor Ohme, nahm mich jetzt in seinen Privatkursus auf, den er für seine Kinder wie für einige andere Söhne aus befreundeten Familien eingerichtet hatte. Nichts störte da den jüdischen Schulgenossen, der mit Eifer die grammatischen Regeln der alten Sprachen einübte, dann bald den Cornelius Nepos, den Cicero und andere Werke der klassischen Sprachen mit gutem Erfolge las. Diesem edlen Geistlichen, einem echten Hallenser aus jener Zeit, der auch in verschiedener Weise als Freund meines Elternhauses sich erwies, der mich selbst unmittelbar nach dem Tode meines Vaters (am 4. April 1849) als unerfahrenen 16 jährigen Jüngling ins schwere Amt als Nachfolger hineingeleitete, nach allen Richtungen hin unterstützte und förderte, sodaß ich ein Jahr später die gesetzliche Prüfung im Schullehrerseminar zu Posen ablegen konnte — seien diese Zeilen dankbarer Verehrung gewidmet. Mehr als nach einer Beziehung hin erscheint es mir jetzt angemessen, von meiner Einführung in den hebräischen und talmudischen Unterricht zu sprechen. Der erste Ein-