Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Aus meiner Knabenzeit
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 9)
- Language
- German
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173 von 1828 an, worauf er drei Jahre spater von der Königlichen Regierung die Bestallung erhielt, deren Wort-' laut als ein offizielles Dokument aus der ersten Zeit des jüdischen Schulwesens hier folgen möge. ״Wir bestallen hierdurch den jüdischen Schulamts- Kandidaten Hirsch Berliner als Schullehrer an der jüdischen Schule zu Obrzycko unter Zusicherung des mit dieser Stelle etatsmätzig verbundenen Einkommens, und legen demselben dabei die Verpflichtung auf, seines Amtes fleißig und gewissenhaft zu warten, die übernommenen Verbindlichkeiten treu zu erfüllen, der ihm anvertrauten Jugend durch Lehre und Beispiel nützlich zu werden, sie sanftmütig zu behandeln, mit den Eltern der Schulkinder und den Gliedern der Gemeinde in Eintracht zu leben, seinen Vorgesetzten überall folgsam zu sein, jede Gelegenheit zu seiner eigenen weiteren Ausbildung Wohl zu benutzen und sich stets so zu betragen, wie es einem rechtschaffenen Schullehrer Wohl ansteht und gebührt. Dafern der Hirsch Berliner hierin jederzeit unserer Vorschrift nachlebt, wollen wir ihn bei dem Genüsse aller ihm zustehenden Rechte, so wie Ley dem ihm zugesicherten Einkommen gegen jede Beeinträchtigung schützen. Zu Urkund dessen ist gegenwärtige Bestallung unter der geordneten Unterschrift und Beidrückung unsers Jnsiegels ausgefertigt worden. Posen, den 6. Juni 1831. Königliche Preußische Regierung. Abteilung für die Kirchen-Verwaltung und das Schulwesen, (gez) S t r ö d e l. Bestallung für den Hirsch Berliner zum Schullehrer zu Obrzycko." Bei der nach der Organisation des Judenwesens im Jahre 1833 vom Oberpräsidenten Flottwell angeordneten Revision der jüdischen Schulen erschien dieser selbst auch in der Schule meines Vaters, dem gegenüber er seine Zufriedenheit mit dem Befunde derselben äußerte, wobei