Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Barkochba
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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149 Na am ah. Jetzt schmückt mich, Herr, des neuen Reiches Münze, Die Du zuerst mir gabst als Angebinde. Barkochba. Das hehrste Diadem, es ist die Krone, Das höchste Postament, es ist der Thron! Ihr Glanz bleibt kalt, wenn nicht der Liebe Strahlen Beglückend sie umspielen. Naamah! Du bist die Sonne meinem Glanze! Naamah. Um Deinetwillen rief mich Gott ins Dasein, Um Dir zu dienen, gab er mir das Leben! Barkochba. O könntest Du ins Herz mir seh'n, Geliebte! Du fändest dort Dein Bild als meine Herrin. (Sie fällt ihm um den Hals und kützt ihn.) Naamah. Ich wagte nie nach Deiner Herkunft Dich Zu fragen, ob Du Vater, Mutter, ob Du Brüder hast? Barkochba. Mein Kind! Der Jugend Tage Erfuhr ich niemals. Weder Eltern noch Geschwister Hab' ich je geseh'n, und nur Des riesenhaften Schmieds erinnr' ich mich, Bei dem das Handwerk ich erlernen sollte. Nicht lang' blieb ich dabei, mich drängte bald Mein träumerisch Gemüt ins stille Lehrhaus. Allein auch hier hielt's mich nur kurze Zeit. Als unser Volk sich gegen Rom erhob, An vielen Orten seines mächt'gen Reichs, Da trat auch ich in unsrer Krieger Reihen. Wie Simson führt' ich hundert Dinge aus, In Einzelheiten meine Kraft verzehrend; Kein einigender Mittelpunkt gab mir Die Richtung zu gedeihlichem Vollbringen.