Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Barkochba
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3111067-3111098-3115984--4432-3116164- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
147 Anastasius. Jetzt erst begreife ich Dich ganz. Du bist, Ich sagt' es immer, unser Rechenmeister. Zwei Feinde nanntest Du mit sichrer Miene: Uns leitet das Jnt'resse, und ALiram — Buchstabenglaube leitet ihn. Bei Gott! Kein Held besteht, wo solche Mächte walten! <-• Doch sang ich an, Sabäus, Dich zu fürchten. S a b ä u s. Ein eisernes Gesetz heißt Selbsterhaltung. Das gilt in der Natur und unter Menschen. Ihr seid doch meine Brüder! Was ich tu', Das tu' ich für die Brüder. Komm'! (Beide ab.) Dritter Akt. <Ein Zimmer in Dositheos Hause. Naamah sitzt auf einer Bank und spielt die Harfe. Während der letzten Strophen erscheint Barkochba am Fenster.) Naamah. (Singt nach einer alten Melodie.) An Babels Strömen saßen wir, An Weiden hing das Spiel. Wir weinten, wir gedachten dein, O Zion, unser Ziel! Da fordert man Gesang von uns Und Freude vom Gemüt: „Singt uns und spielt uns eines auf, - Singt uns ein Zionslied!" Wie fände wohl das Lied des Herrn Den Ton im fremden Land? Wie käm' uns wohl die Sangeslust, Da uns der Herr verbannt? Versagen soll die Rechte mir, Vergäß'.ich jemals dein; Es dorre mir der Gaumen aus, Gedächt' ich nicht mehr dein. ■; io