Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Barkochba
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 9)
- Language
- German
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128 Im Grund ist alles, was der Rabbi lehrt. Der Christen Priester und Samaritaner Dasselbe doch, was uns Serapis ist. Vernehmet denn ihr Leute von Judäa: Nach meinem Wort erbauet euern Tempel, Doch weihet ihn dem höchsten Jupiter! Von eurer Weisheit hoff' ich will'ge Folge Und den Verzicht auf starre Denkungsart. (Trompetenstoß, Herold mit den Kriegern ab. Lautlose Stille.); Iosua. Ihr seid verwirrt, betäubt. Ich bin es auch. Was ist zu tun? Ich sind' im Augenblick Nichts anderes, als was die Fabel lehrt. Einer aus dem Volk. Laß hören, Meister Josua! I o s u a. Ein Löwe würgte sich an einem Knochen. Auf das Versprechen eines großen Lohns Erklärte sich der Kranich schnell bereit. Ihm leicht den Knochen aus dem Hals zu ziehn,' Das Werk gelingt, der Kranich wünscht den Lohn. Doch die Enttäuschung! Grimmig rief der Löwe: Du forderst einen Lohn? Bedenk', Verwegener, Dein Kopf war in dem Rachen eines Löwen! Sei froh, daß ich dich gnädiglich verschont! Die Fabel gibt auch uns die traur'ge Lehre, An das Versprechen dürfen wir nicht denken, Genug, wenn wir dem Rachen heil entkommen. A b i r a m. Ich würde niemals Deinem Kranich gleichen! Wir retten keine Bestie! Mag sie Verrecken! Wer uns einen Lohn verspricht, Demütigt uns durch seine Gnade. Fremd sein im Vaterlande, das ist traurig. Doch traur'ger ist's, sich selber fremd zu werden. Titus nahm nur das Reich dem Volk, und jetzt Will Hadrian ihm auch die Seele nehmen.