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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 111

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 111 (sequence 48)
Language
German
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111 und beten und sollen sich auch an den Gebeten sür den Statthalter beteiligen. Wäre das vielleicht noch überall üblich gewesen, so zeigt eine andere-Gelegenheit, daß die Frauen tatsächlich die Pflichten als Mitglieder der Gemeinde übernehmen Nicht nur die Männer, sondern - auch die Frauen zahlen die Steuer von zwei Schekel für Gott, selbstverständlich wohl nur diejenigen, die eigenes Vermögen besitzen. An der Spitze der langen Liste steht sogar eine Frau: Meschullemet, die Tochter des Gemarja bar Machseja, vielleicht eine Schwester des Vorstehers der Gemeinde, des Jedonja bar Gemarja. Außer ihr . sind noch mindestens 36 Frauen genannt, die ebenfalls zwei Schekel sür ihren Gott darbringen. Man könnte vielleicht' annehmen, daß die Frauen doch nicht allzu sehr an ihrer Religion hingen, da doch Mibtachja einen Aegypter heiratet und gelegentlich bei einer ägyptischen Göttin schwört, aber dem steht entscheidend entgegen, daß sich schließlich ihr Gatte zum Judentum bekehrt, und hierbei wird doch wohl ein Einfluß seiner Gattin mitgewirkt haben. Aber die Frauen durften nicht nur zahlen, sondern sie hatten auch weitgehende Rechte. Soldaten waren sie nicht, aber der Lohn, den die jüdischen Söldner bekamen, war doch im Laufe der Zeit mehr zu einer Pension geworden, die am Grundstück haftete und sich aus die Kinder vererbte, und so tritt uns die merkwürdige Erscheinung entgegen, daß auch die Frauen gewissen Kompagnien zugeteilt waren und Sold bezogen. Die Frauen besaßen eigenes Vermögen und erhielten selbst dann von ihren Eltern Grundbesitz, wenn Söhne vorhanden waren, lieber ihr Vermögen konnten sie frei verfügen, wie sie überhaupt fähig waren, jedes Rechtsgeschäft vorzunehmen. Sie treten vor Gericht auf und schwören; als Machseja verklagt war, mußte seine Frau zugleich mit ihm einen Eid leisten. Eine Frau Jehochanan, die Tochter des Meschullach, die ein Haus aus Ziegelsteinen ihr Eigen nennt, leiht sich von einem Meschullam Geld. Zwei Schwestern, Selua und Jetoma, tauschen die Hälfte eines Ackerloses, das ihnen zugefallen ist, gegen ein Feld aus, das der Jehoor und ihrer

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