Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 107

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 107 (sequence 44)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3111067-3111098-3115983--4391-3116124
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

107 sind 318 Schekel oder 372,06 M. Die Summen, mit denen die persischen Beamten bestochen wurden, werden diese Höhe ungefähr erreicht haben. Auch die Regierung, die die Löhne auszuzahlen hatte und für Proviant sorgen mußte, wird mit größeren Zahlen gerechnet haben. Sonst finden wir höhere Summen nur noch bei den Konventionalstrafen, die für die Verletzung der Verträge festgesetzt waren. Sie waren nur zur Sicherheit so hoch bemessen, um die Verletzung des Vertrages unmöglich zu machen. Eine Summe von 200 Schekel (234 M.), wie sie dort bisweilen vorkommt, hätte kein Jude von Elefantine bezahlen können. So klein uns aber auch alle diese Verhältnisse der Juden von Elefantine dünken mögen, so groß und wichtig erschienen sie ihnen selbst. Mit einer Genauigkeit, die fast unsere Bewunderung erregen muß, wurden alle Verhandlungen und Verträge, die diese kleinen Summen betrafen, in schriftlichen Verträgen niedergelegt und bis ins kleinste ausgeführt. Die glückliche Auffindung eines ganzen Familienarchivs macht uns mit einer Reihe von Verträgen bekannt, die von einer jüdischen Familie abgeschlossen wurden, und wir hören auf diese Weise die Geschichte dreier Generationen eines jüdischen Geschlechtes. Im Jahre 471 überließ Machseja bar Jedonja, ein Aramäer von Syene, der bei der Kompagnie des Warezat stand, seinem Nachbarn und Kameraden Konja einen Torweg, damit dieser darüber eine Konstruktion bis zum Dache seines Hauses errichten könne. Wahrscheinlich wollte Konja seine Dachterrasse auf diese Weise vergrößern. — Einige Jahre später prozessierte ein Chorasmier Dargman mit Machseja wegen eines Grundstücks in Jeb. Die Richter legten Machseja einen Eid auf. Machseja, seine Frau und sein Sohn mußten schwören, worauf ihnen das Grundstück zugesprochen wurde. Darauf leistete Dargman auf das Grundstück ausdrücklich Verzicht. Bald darauf schenkte Machseja, der inzwischen für einige Jahre zur Kompagnie des Homadat abkommandiert war, diesen Besitz seiner Tochter Mibtachja und übergab ihr gleichzeitig die Verzichturkunde des Dargman. Das

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.