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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 106

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 106 (sequence 43)
Language
German
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106 unverhältnismäßig groß, die Summen selbst gering. Leider läßt sich nicht mit absoluter Sicherheit sagen, wie hoch' der Zinsfuß war, da wir nicht genau wissen, wieviel Challur der Schekel hatte. Setzt man dieses Verhältnis auf 40 an, so hatte der Schuldner für ein Darlehen von 4 Schekel monatlich 2 Challur (5,8 Pfennig) für den Schekel, also insgesamt 23 Pf. zu zahlen. Für das Jahr berechnet, ist das ein Zinsfuß von 60 °/o, was im Altertum durchaus nichts Ungewöhnliches ist. Hatte der Schekel dagegen 60 oder gar 100 Challur, so war der Zinsfuß dementsprechend geringer. Eine harte Bestimmung war, daß nichtbezahlte Zinsen wieder zum Kapital geschlagen und selbst milverzinst werden sollten. Bei allen diesen Berechnungen darf man das eine allerdings nicht vergessen, daß die Kaufkraft des Geldes eine ganz anderes war, als heutzutage, und selbst wenn wir die Zahlen mit zehn multiplizierten, würden wir kaum ein zutreffendes Bild der damaligen Geldverhältnisse erhalten. Einen größeren Wert hatten nur das Land, die Sklaven, die sich in den Haushaltungen der Reichen fanden, und einige Luxusgegenstände. Ein Grundstück, das der genannte Machseja feiner Tochter als Gegenleistung für ein Darlehen überließ, dessen Größe wir leider nicht kennen, hatte einen Wert von 60'Schekel (58,60 M.). Ein besonders schönes neues Prunkgewand, buntgestickt, und doppeltgefärbt, 7 Ellen lang und 5 breit, kostete 28 Schekel (32,76 M.), ein weniger schönes, ebenso langes, neues Gewebe immerhin noch mehr als 9 M., ein drittes wollenes Gewand, 6 Ellen lang und vier breit: 7 Schekel (8,19 M,). Ein Metallspiegel hatte einen Wert von 1,75 M., dasselbe kostete ein eherner Becher, während man eine eherne Schale zu 58 Pf. berechnete. Insgesamt betrug die Mitgift der reichen Mibtachja 76,63 M. Größere Summen konnten nur durch die Gemeinde ausgebracht werden. Eine Steuer von zwei Schekel, wie' sie von allen Juden Jebs für den Tempel entrichtet wurde, war für den Einzelnen sicherlich eine schwere Last, die Summe der Beiträge betrug zu einer nicht näher bestimmbaren Zeit 31 Keresch 8 Schekel, das

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