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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 105

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 105 (sequence 42)
Language
German
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105 In dem gespaltenen Ende eines Tamariskenzweiges steckt ein Achat, der mit einem Leinenfaden dort festgebunden ist. Bei den Geräten selbst wird man statt des Achates Eisen oder Erz genommen haben. — Das war so ziemlich alles. Kostbarkeiten besaßen die Juden Jebs nicht. Außer in ihrem Tempel werden sie nicht viele goldene und silberne Geräte gehabt haben. Der Edelstein, wegen dessen der Jude aus Abydos unschuldig ins Gefängnis kam, war etwas außergewöhnliches. Wenn die Soldaten einer Kompagnie ihrem Kameraden einen hölzernen Stempel zum Geschenk machen, können sie nicht sehr reich gewesen sein. Auch bares Geld war eine große Seltenheit. Da der persische Silberschekel, nach dem in Elefantine gerechnet wurde, einen Wert von 1,17 M. hatte, können wir uns einen Begriff von den Summen machen, mit denen die Juden Jebs zu tun hatten. Die Darlehen, die einer vom andern nahm, waren für unsere Begriffe lächerlich gering. Wegen einer Summe von 4 Schekel (4,68 M.) wurde ein langer Vertrag aufgesetzt und Zeugen aufgeboten. Eine andere Urkunde nennt ebenfalls die Summe von vier Schekel als Darlehen, aber anscheinend nach einer etwas anderen Währung*). Ein Darlehen von 14 Schekel (16,38 M.) scheint schon etwas Ungewöhnliches gewesen zu sein. Ein Mann bescheinigt seiner Frau, daß er ihr nach ihrem Ehekontrakt 2 Schekel (2,34 M.) schuldet. Eine andere Frau schenkt ihrer Schwester die Summe von 6 Schekel (7 M.) und stellt ihr darüber eine Schenkungsurkunde aus. Machseja bar Jedonja ist augenscheinlich ein reicher Mann, wenn er seiner Tochter eine bare Mitgift von 14 M. gibt. Selbstverständlich nahm bei Darlehen der Gläubiger vom Schuldner Zinsen, das Verbot des Pentateuches war entweder nicht bekannt oder wurde nicht befolgt. Die Höhe des Zinsfußes war wie in: Altertume überhaupt *) Sombart in seinem Bnche: „Die Juden und das Wirtschaftsleben", S. 372 schreibt statt 4 Schekel, 1000 Segel, statt 8 Challur Zinsen, 2 000 Challur. Durch diesen Irrtum bekommt das Ganze den Charakter eines großen Geldgeschäftes.

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