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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 104 (sequence 41)
Language
German
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104 ' — man bei den Ausgrabungen gesunden hat, war kaum 1 Vä Meter breit. Außer dem recht stattlichen Tempel, einem Ziegelbau mit steinernen Säulen und Toren und einem Vorhof, in dem der Altar stand, besaß die Kolonie Häuser, die den heutigen Fellachenwohnungen nicht unähnlich gewesen sein mögen. Die Reicheren bewohnten Häuser aus Ziegelsteinen mit offenen Fenstern. Auf dem Dache war Wohl eine Terrasse, die am Abend einen angenehmen Aufenthalt bot Aber wenn ein solches Haus auf einem Grundstück stand, dessen Länge 13 Ellen und dessen Breite 11 Ellen betrug, so kann man sich ungefähr von der Größe und Bequemlichkeit einer solchen Wohnung einen Begriff machen. Die Zimmer waren schmal und verhältnismäßig lang, da man die Gewölbe aus Ziegelsteinen nicht zu breit anlegen konnte und Holz für die Decken nicht zur Verfügung hatte. Auch der Hausrat war alles eher als luxuriös. Die Aussteuer, die die zweifellos wohlhabende Frau Mibtachja von ihrem Vater mitbekam, ermöglicht uns einen Einblick in eine solche jüdische Wohnung. Da gab es ein paar Kleider und Decken aus Wolle und Leinen, zwei eherne Becher, eine eherne Schale, eux anderes ehernes Gefäß, einen Metallspiegel, ein Schminkbüchschen aus Elfenbein, ein Bett. Eine solche Schminkschale in Form eines Fisches init einer Blume im Maul befindet sich auch unter den Funden. Andere Dinge mag der Mann mit in die Ehe gebracht haben, gelegentlich hören wir einmal von bronzenen, eisernen und hölzernen Gefäßen. Das meiste und billigste war aus Ton. Einige, 50 und 65 cm hohe Vorratsgefäße haben sich noch erhalten. Sie sind aus gelblich-grauem oder blaßrotem Ton gefertigt, haben oben kleine Henkel und laufen nach unten spitz zu. Bisweilen find sie innen ausgepicht. Sie wurden wahrscheinlich fabrikmäßig hergestellt, denn sie tragen Aichungsvermerke in aramäischer Sprache: „9 (nach) königlichem (Maß)." Von Korbflechtarbeiten ist ein Korb, ein Teller und eine Wanne aufgefunden worden. Selbstverständlich gab es in jedem Haushalt Beil und Hammer, und wie diese hergestellt wurden, lehren uns zwei kleine Modelle.

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