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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 103

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 103 (sequence 40)
Language
German
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103 vielleicht auch Olivenbäumen. Manche betrieben Schafzucht; auch die Rinder, die sie zum Opfer nötig hatten und die gleichzeitig für die Landwirtschaft unentbehrlich waren, und Tauben werden sie selbst herangezogen haben. Von sonstigen Haustieren wird gelegentlich einmal der Esel erwähnt. Von allen diesen Dingen hören wir, da uns nur wenig Privatbriefe erhalten sind, fast nur anläßlich eines Besitzwechsels, sei es bei Kauf oder Verkauf, bei Prozessen oder Eheverschreibungen; und als zuerst alle diese Verträge zum Vorschein kamen, die von Verkauf und Tausch von Grundstücken und Häusern, von Getreide und Früchten und von Geldgeschäften reden, die sich bald in Syene, bald in Jeb abwickelten, da hatte man schon geglaubt, in den Juden von Elefantine eine Bevölkerung von Händlern und Bankiers vor sich zu haben, bis man dann auf das jüdische Heer und die jüdischen Kompagnien stieß. Da mußte man denn einsehen, daß es sich in allen jenen Verträgen um Geschäfte kleinsten Stiles handelte, wie sie bereits in den primitivsten Wirtschaftsformen unumgänglich sind. Gewerbsmäßige Händler sind unter den Juden von Jeb nicht nachweisbar. Die Kaufleute, bei denen einmal ein gestohlener Edelstein entdeckt wurde, den sie angeblich von einem Juden aus Abydos bekommen hatten, waren allem Anscheine nach nicht Juden. Ebenso sind zwei Silberschmiede, zwei Baumeisters?) und zwei Schiffer, die in den Urkunden Erwähnung finden, sämtlich Heiden, womit freilich nicht gesagt ist, daß nicht auch Juden diesen Beschäftigungen nachgingen. Wenigstens von einem Handwerker, einem Zimmermann, wissen wir, daß er Jude war, und auch als Schreiber und Beamte sehen wir Juden sich betätigen. Die Verhältnisse, unter denen sie lebten, dürfen wir uns nicht zu groß vorstellen. Das Dorf Jeb mochte vielleicht tausend Einwohner zählen; die allerdings unvollständige Liste der Steuerzahler, in der noch dazu viele Frauen Vorkommen, umfaßt nicht mehr als 159 Personen. Die Straßen des Dorfes, darunter der Hauptweg, „die Königsstraße", waren schmale Gassen, eine von ihnen, die

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