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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 102

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 102 (sequence 39)
Language
German
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102 Siege erzählt, und durch diese nebeneinander herlaufenden Texte ist es im Jahre 1847 Henry Rawlinson gelungen, die Keilschrift zu entziffern. Dort in Behistun ist bereits: angegeben, daß der König den Text seiner Inschrift in alle Teile seines Reiches gesandt habe, und nachdem schon bei Ausgrabungen in Babylon auf einem Steinblock ein Teil dieses Berichtes gefunden war, sehen wir ■ nun, daß auch die Juden auf Elefantine eine Abschrift jenes Textes erhalten hatten. Staunend werden sie von den Taten ihres Königs gelesen haben, der Tausende, und Abertausende der Rebellen im Kriege besiegt undgetötet hatte, wie die Taten eines Halbgottes müssen ihnen diese Kämpfe vorgekommen sein. Daß das Heer dieses Gottes um dieselbe Zeit von den Athenern bei Marathon geschlagen wurde, davon werden freilich nur dunkle Gerüchte zu ihnen gedrungen sein, und auch bort; dem großen Zuge des Ahasverus-Lerxes gegen Griechenland und seinem schmählichen Ende vor Salamis werden sie späte und unvollkommene Kunde bekommen Haben- Ob unter dem bunt zusammengewürfelten Heere, das Terxes gegen die Griechen führte, sich auch Juden befunden haben, wie schon Josephus annahm, wissen wir nicht. So unwahrscheinlich ist es nicht, sehen wir doch jetzt, daß die Juden, die man früher für unkriegerisch hielt, allenthalben als Söldner auftraten, daß sie unter den Pharaonen und persischen Großkönigen dienten, daß sie. noch in späterer Zeit im Heere Alexanders des Großen standen und unter den Ptolemäern bis in die höchsten Stellen der Armee ausrückten und als Höchstkommandierende ägyptische Heere führten. Mit einem stehenden Heere, das weiter keinen Beruf hat als den Krieg und die Ausbildung zum Kriege, wird man die Juden Elefantines allerdings nicht vergleichen dürfen. Sie waren ja im Laufe der Jahrhunderte zu Bürgern geworden. Die meisten von ihnen scheinen Bauern gewesen zu sein. Wie man aus den in den Verträgen erwähnten Warensorten schließen darf, bauten fie\ Getreide an: Weizen, Gerste und Spelt, pflanzten Bohnen und Linsen und hatten Obstgärten mit Feigen und

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