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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 96

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 96 (sequence 33)
Language
German
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96 bringt in eure Kammern und versiegelt zwischen den Tagen. An meine Brüder Jedonja und seine Genossen, das jüdische Heer, euer Bruder Chananja. Der abgerissene Text dieses Briefes gibt uns mehr Rätsel auf, als er uns Nachrichten bringt. Was war der Inhalt der Botschaft, die der Großkönig an Arscham schickte? Zweifellos bezog sie sich auf die Juden und ihr Fest. Vielleicht war ihnen bis zu jener Zeit die Feier unmöglich gemacht, und nun wurde ihnen die Erlaubnis gegeben, zu dem alten Brauche zurückzukehren. Vielleicht aber wurde das Fest f>ri den Juden Jebs überhaupt bisher nicht gefeiert, und erst der Brief des Chananja machte sie mit dem neuen Feiertage bekannt. Denn daß die Juden von Jeb nicht allzu sattelfest im Pentateuch gewesen sind, ist sicher. Nicht nur, daß sie seine Vorschriften vielfach übertraten, sondern die ganze breite Aufzählung der Pesach-Gesetze, wie sie Chananja auf Grund der Tora gibt, wäre ja überflüssig gewesen, wenn alle diese Bestimmungen in der jüdischen Kolonie bekannt und seit langem üblich gewesen wären. So merkwürdig es uns auch erscheinen mag, daß die persische Regierung sich so weit um die religiösen Angelegenheiten ihrer jüdischen, Untertanen bekümmerte, daß sie ihnen befahl, ein jüdisches Fest zu begehen — so haben wir doch eine Parallele in der Schrift selbst: auch Esra war vom Großkönig ermächtigt, das Buch Moses in Jerusalem einzuführen. Der allgemeine Befehl, der von seiten der Regierung ergangen war. wird nun von Chananja im einzelnen ausgeführt. Deutlich sehen wir noch, daß er die Arbeit am Feste und den Genuß alles Gesäuerten verbietet. In einem Punkte geht er sogar noch über das hinaus, was der Wortlaut des Pentateuches besagt: das Verbot, Gesäuertes zu trinken, ist nicht ausdrücklich in der Schrift angegeben, obwohl es vielleicht von vornherein in der Absicht des Gesetzgebers gelegen hatte und von Anfang an bei den Juden durchgeführt war. Dagegen vermissen wir jede Bestimmung über den ersten Abend des Festes, an dem in Jerusalem das Pesachlamm dargebracht wurde. Das Opfern außerhalb Jerusalems war zwar verboten.

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