Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Die Papyri von Elefantine
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3111067-3111098-3115983--4379-3116112- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
95 stählen, und so wurde die Judenheit in Palästina das große Reservoir, das die Diaspora mit jüdischen Ideen versorgen konnte Auch die jüdische Gemeinde von Elefantine wäre nicht durch äußeren Druck, wohl aber durch die innere Auflösung, durch Mischehe und Annahme fremder Sitten und Glaubenssätze zugrunde gegangen, wenn nicht der palästinensische Einfluß ein starkes Gegengewicht gegen den drohenden Verfall gebildet hätte. Wir haben schon gesehen, daß die Kolonie Jeb mit Jerusalem gewisse Verbindungen unterhielt. Man wußte in Elefantine ganz genau, wer der derzeitige Hohepriester war; ja man hatte noch besondere Beziehungen dadurch, daß ein Mitglied des hohen Rates in Jerusalem, Ustan, ein Bruder des Anani war, wahrscheinlich jenes Anani, der als Kanzleichef des ägyptischen Statthalters Arscham die Juden von Jeb protegierte. Im Jahre 419 kam ein anderer vornehmer Jude namens Chananja nach Aegypten. Möglicherweise ist es jenerChanani, derBruderdes Nehemia, der diesem 26 Jahre zuvor die erste Nachricht von den trostlosen Zuständen in Judäa nach Susa gebracht hatte. Erhalte vomGroßkönig gewisse Vollmachten zugunsten der Juden bekommen, ähnlich wie Esra und Nehemia, und erregte durch seine Ankunft den Haß und Neid der Chnumpriester. Dieser Chananja schrieb nun einen Brief an die Juden von Jeb, der leider in hoffnungslos verderbtem Zustande auf uns gekommen ist. Mit den wahrscheinlichen Ergänzungen lautet dieser Brief folgendermaßen: (An meine Brüder) Jedonja und seine Genossen, das jüdische Heer, euer Bruder Chananja. Möge Gott meine Brüder grüßen (gar sehr). Und nun in diesem Jahre, dem Jahre 5 des Königs Darms ist vom Könige geschickt worden an Arscham (folgender Befehl: . . . .) Und nun zählet ihr also vierzehn Tage vom Neumonde des Nisan an .... .) und vom löten bis zum 2iten (Nisan ist das Pesachfest . . .) seid rein, hütet euch Arbeit (zu tun . . .) (Gesäuertes eßt nicht und) trinkt nicht, und alles, worin Sauerteig ist, nich(t sollt ihr es genießen .... vom 14ten Nisan) vom Sonnenuntergang bis zum 21ten Tage des Nisan.(und alles Gesäuerte)