Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Die Papyri von Elefantine
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 31)
- Language
- German
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94- — weitem nicht so mächtig seien und nicht dieselbe Verehrung verdienten. Manches von dem, was so im Lager und auf der Straße gesprochen wurde, blieb dann hasten, und wie die Juden eine große Vorstellung von der Himmelskönigin gewannen, so schlug auch der Glaube an Jaho in der Brust manches Aegypters und Semiten Wurzel, und sie bekannten sich zu dem Gotte der Juden. Von diesen Proselyten wissen wir nur noch durch die heidnischen Namen, die die Väter mancher Juden hatten. Nur in einem Falle sehen wir deutlich, wie ein solcher Uebertritt von statten ging. Die Jüdin Mibtachja hatte einen Aegypter Aschor geheiratet und zwei Söhne mit ihm gezeugt, Jedonja und Machseja. Diese Leiden Söhne nennen sich plötzlich nicht mehr Söhne des Aschor, sondern Söhne des Natan und der Mibtachja. Es ist klar, daß Aschor während seiner Ehe das Judentum angenommen und gleichzeitig damit seinen Namen gewechselt hatte. Man sieht hier, wie uralt der Brauch ist, mit dem neuen Glauben auch einen neuen , Namen anzunehmen, aber ein notwendiges Erfordernis war eine solche Namensänderung augenscheinlich nicht, im Gegenteil, die heidnischen Namen fanden sogar auch unter den Juden Eingang, wenn sie auch ziemlich spärlich blieben. Aber die heidnischen Großväter vererbten auf die Kinder und Enkel nicht nur ihre Namen, sondern auch manches von ihren Anschauungen, und darin lag die große Gefahr, die dem Judentums auf Elefantine drohte. Wenn man die religiösen Verhältnisse der Juden Aegyptens betrachtet, dann begreift man, was Esra und Nehemia für das Judentum und damit für die Welt getan haben, als sie mit eiserner Faust die Auflösung der Mischehen in Judäa erzwangen und durch diese für den einzelnen so grausame Maßregel und durch die vielgeschmähte Absperrung der Juden von den Heiden den Monotheismus des Judentums rein erhalten haben. Die Einführung des Gesetzes machte das palästinensische Judentum stark und schützte es gegen fremde Einstüsse. In diesem abgeschlossenen Kreise konnten die Schriften der Propheten wirken und das Volk zu seiner Aufgabe