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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 93

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 93 (sequence 30)
Language
German
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93 götter, die Teraphim, in ihre Wohnungen stellten. Vielleicht müssen wir an den Glauben an Engel und an den Heiligenkult erinnern, wenn wir dieser israelitischen Volksreligion gerecht werden wollen. Es ist nicht weiter wunderbar, daß die Juden von Elefantine heidnische Anschauungen in sich ausgenommen haben, falls sie sie nicht bereits aus ihrer palästinensischen Heimat mitgebracht hatten. Waren sie doch nun schon seit Jahrhunderten in dem Lande rings von Götzendienern umgeben. Gewiß, sie waren durch manche Sitten von ihnen geschieden, aber die Verbindungslinien waren auch nicht gering. Neben den Aegyptern waren auch viele Semiten im Lande, die dieselbe Sprache redeten wie die Juden, und wenn die Juden sich Aramäer nannten, so zeigten sie damit, daß sie zu jenem großen heidnischen Kulturkreise gehören wollten. Der Truppendienst stellte sie neben die Angehörigen aller möglichen Nationen. Ihre Vorgesetzten wie ihre Untergebenen waren Heiden. Ihre Wohnungen, wenn auch vielleicht zusammen gelegen, waren nicht durch Mauern von den Häusern der anderen Einwohner getrennt. Wenn der Jude Machseja bar Jedonja aus die Straße trat, stand er vor dem Hause des Peft'onit, eines Aegypters, der mitsamt seinem Sohne das ehrsame Gewerbe der Schiffer betrieb und durch die Stromschnellen des Kataraktes hindurchzurudern verstand. Ein Grundstück, das ursprünglich dem Meschullam bar Sakkur gehörte, lag neben dem Besitztum des Marduk bar Paltu, des Priesters der Götter Chnub und Sati. Da haben sich denn gewiß oft freundnachbarliche Beziehungen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Nationen angeknüpft. Friedlich stehen auf den Urkunden mehrfach die Namen von Juden und Persern, Babyloniern und Aegyptern, die als Zeugen fungierten, nebeneinander. Im Handel und Verkehr war eine Trennung von der andersgläubigen Bevölkerung unmöglich. Und bei den vielen Gelegenheiten, bei denen man zusammenkam, sprach ■ man dann auch wohl über religiöse Themen, und ein jeder erzählte von seinem Gotte und bewies, daß alle anderen Götter doch bei

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