Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Die Papyri von Elefantine
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 28)
- Language
- German
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91 Beweis für die enge Verwandtschaft, in der die beiden Namen zu einander stehen. Aber trotz alledem war es ein' polytheistischer Einschlag, der sich mit dem Namen Bethel Geltung oerschaffte, und es scheint nicht hierbei allein geblieben zu sein. Im Jahre 419 hatten, wie wir bereits erwähnten, die Juden eine Steuer für Jaho, den Gott des Himmels entrichtet. Die Steuerliste, die uns zum großen Teil erhalten ist, enthält aber eine Summierung, die uns sonderbar anmutet. Es heißt dort: „Das Geld, das sich an diesem Tage in der Hand des Jedonja bar Gemarja befand im Monate Phamenot: an Silber 31 Keresch 8 Schekel, darunter für Jaho 12 Keresch 6 Schekel, für Aschambethel 7Keresch,für Anatbethel an Silber 12Keresch," Der Schreib- oder Rechenfehler von zwei Schekel, der hier vorliegt, würde uns weiter nicht berühren. Aber was bedeuten die Namen, die hier neben Jaho stehen? Sind es Götter, die ihm gleichgeordnet sind? Die er nur als erster überragt? Zu einem völlig sicheren Ergebnis können wir nicht gelangen, aber so viel steht fest, daß sich hier Anschauungen gellend machen, die der geläuterte Monotheismus der palästinensischen Juden jener Zeit nicht mehr kannte. Die ersten Bestandteile der beiden zusammengesetzten Namen Aschambethel und Anatbethel sind sicher zwei Götzen gewesen, beide wahrscheinlich weiblichen Geschlechtes. Der Prophet Amos droht denen mit dem Untergang, die da schwören bei der Aschma Samariens, und Anat ist eine längst bekannte Kriegsgöttin der Syrer. Wir müssen an die Prophetie des Jeremia denken, der den Juden in Aegypten den Dienst der Himmelskönigin zum Vorwurf macht, und es ist nicht ausgeschlossen, daß auch die Juden von Elefantine solchen Gebilden der Phantasie neben Gott Verehrung angedeihen ließen. Entscheidend wäre es freilich, wenn einige Terrakotten, die in dem aramäischen Quartier von Elefantine zusammen mit den Papyri gesunden wurden, den Juden gehört hätten. Wir haben da mehrere Tonfiguren, die eine völlig nackte Frau aus einem Bette darstellen, neben ihr steht ein Kind, über