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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 82

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 82 (sequence 19)
Language
German
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82 daß man den Juden die Ausübung des vollständigen Opferdienstes nicht wieder gestattete. Die Zerstörung des Tempels von Jeb war nur der krasseste Fall, in dem sich der Judenhaß der Aegypter äußerte. Schon vor diesem Ereignis hatten sich die Anzeichen des kommenden Sturmes bemerkbar gemacht, und auch später hörten die Verfolgungen der Juden nicht auf. Auch der Kommandant Waidrang hatte bereits früher, als er noch Oberster war, eine Rolle bei diesen judenfeindlichen Geschehnissen gespielt. Ein Jude von Abydos schreibt in einem Briefe an die Vorsteher der Gemeinde von Jeb, daß er von Waidrang, als dieser einmal nach Abydos kam, wegen eines gestohlenen Edelsteines, den man bei gewissen Kaufleuten gefunden hatte, ins Gefängnis gesetzt sei, daß man ihn aber auf Verwenden zweier Untergebener des Anani wieder freigegeben habe. Der unbekannte Briefschreiber empfiehlt nun diese beiden Diener des Anani der jüdischen Gemeinde, die Kolonie selbst werde Nutzen davon haben, wenn sie recht freigiebig sei, denn Anani werde alles erfahren. Es fehlt nicht an einem Hinweis auf die Gegner, die wiederum die Priester des Gottes Chnub sind. — Der hier genannte Anani war anscheinend der Kanzleichef des Statthalters, ein Jude, der mehrfach in den Papyri erwähnt ist, und die gute Aufnahme seiner untergebenen Beamten sollte gewiß hauptsächlich in einem reichlichen Geldgeschenk bestehen. Der Brief zeigt, daß die Juden Aegyptens in regem Verkehr mit einander standen, sich gegenseitig ihre Angelegenheiten mitteilten und gemeinsam vorgingen. Ein anderer Brief, der bei den Vorstehern von Jeb aus der Provinz Theben einlief, zeigt die dortigen Juden ebenfalls in bedrängter Lage: Wir fürchten uns, schreibt ihr Oberhaupt, weil wir schwach sind an Geldmitteln. Die Aegypter hatten die Beamten wieder einmal bestochen, und die Juden hatten nicht die Mittel, gegen solche Beweisgründe aufzukommen und bemühten sich nun vergeblich um ihr Recht. Wie den Gemeinden, so erging es den einzelnen. Ein jüdischer Bauer beklagt sich beim Statthalter über einen ungerechten Richterspruch, der betreffs

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