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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 80

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 80 (sequence 17)
Language
German
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80 Abwesenheit des Statthalters abgespielt hatten, schilderten und richterliche Untersuchung beantragten. Bis zu einem gewissen Grade wurde den Juden nun endlich Genugtuung. Es hätte den Aegyptern und ihren angesehenen persischen Verbündeten Wohl nicht so sehr geschadet, daß sie sich an fremdem Eigentum vergangen hatten, aber es stellte sich doch nun bald heraus, daß es im Grunde eine Revolte gegen die persische Herrschaft gewesen war. Nicht nur der jüdische Tempel war zerstört, sondern die ägyptischen Priester hatten sofort ganze Arbeit gemacht. Die persische Festung auf der Insel, das Bollwerk zugleich gegen die Aethiopier wie gegen die einheimischen Aegypter war geschleift, die Mauern niedergerissen, ein Brunnen, der die Garnison mit Wasser versorgte, verschüttet. Das war ein Verbrechen gegen den Staat. Die Schuldigen wurden zur Verantwortung gezogen, Waidrang seiner Stelle entsetzt und die beteiligten Aegypter hingerichtet. Aber, was den Juden ebenso wichtig war wie die Bestrafung ihrer Feinde, die Erlaubnis, ihren Tempel wieder aufbauen zu dürfen, konnten sie nicht erlangen. Man wollte den Aegyptern, insbesondere den Priestern des Chnub anscheinend keinen neuen Grund zu Ausschreitungen geben. Da wandten sich die Juden nach drei Jahren noch einmal nach Judäa und schickten jenen uns erhaltenen Brief an den persischen Statthalter Bagohi. Diesmal waren sie geschickter und glücklicher: Sie schrieben nicht wieder an die Priester in Jerusalem um Unterstützung ihres Anliegens, sondern sie baten die Söhne des Sanballat, des Statthalters von Samaria, ihre Sache zu führen. Waren sie doch selbst, wie wir noch weiter sehen werden, in Anschauungen und Sitten den Samaritanern weit verwandter als den Juden in Jerusalem, und die Samaritaner, die sich immer als die wahren und echten Israeliten aufspielten, hatten ein ganz besonderes Interesse daran, ihren „Brüdern" nach Kräften beizustehen und damit ihre eigene Zugehörigkeit zu Israel zu erweisen, Sanballat selbst, der große Feind Nehemias, der, wie wir hier zum ersten Male hören, Statthalter von Samarien gewesen war, war damals wohl nicht mehr am Leben, aber seine Söhne

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