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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 79

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 79 (sequence 16)
Language
German
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79 ein einfaches Mittel, sie unschädlich zu machen, ja sogar sie für die eigenen Zwecke zu verwenden: die Bestechung. Der Kommandant der Festung Elefantine wurde mit Geld und Schätzen gewonnen und traf selbst die nötigen Anordnungen. Sein Sohn Nepajan befehligte die Truppen am anderen Ufer des Niles, und das kam dem Plane zu statten. Nepajan führte von Syene her Aegypter und andere Truppen nach Jeb hinüber, und unter dem Schutze der persischen Waffen kühlten die Aegypter ihre Rache an dem jüdischen Tempel, zerstörten, was zu zerstören war, raubten und plünderten. Ob die Juden sich wehrten, wissen wir nicht. Vielleicht waren sie von dem Ueberfall völlig überrascht, vielleicht wurden sie von ihrem treulosen Befehlshaber am Widerstande, der übrigens völlig nutzlos gewesen wäre, gehindert. Der einzige für sie gangbare Weg war die Beschwerde bei der Regierung. Aber der Statthalter war fort, und der Großkönig hatte andere Sorgen als die kleine jüdische Kolonie am äußersten Ende seines unermeßlichen Reiches. Da wandten sich die Juden an ihre Brüder in der Heimat, nach Judäa. Vielleicht war es auch der ordnungsmäßige Instanzenweg, wenn sie zunächst ihre Eingabe, die zugleich eine Beschwerde über persische Beamte war, an Bagohi, den Statthalter der benachbarten Provinz Judäa, richteten. Gleichzeitig teilten sie dem uns wohlbekannten Hohenpriester Jochanan und den vornehnisten Juden von Jerusalem die Vorfälle mit und baten sie um Unterstützung. Drei Jahre lang warteten sie vergeblich auf Antwort. Wer will sagen, wie das kam, ob die Briefe ihren Bestimmungsort je erreicht haben, ob die Antwortschreiben, die vielleicht von ergebnislosen Verhandlungen mit den Persern berichteten, verloren gegangen waren, oder ob die Priester zu Jerusalem die Zerstörung des Tempels auf Elefantine, der gegen das Gesetz bestand, garnicht so ungern sahen, jedenfalls wurde den Juden von Elefantine nicht geholfen. Inzwischen kehrte der königliche Statthalter Arscham nach Aegyypten zurück, und wahrscheinlich richtete sich an ihn eine leider sehr schlecht erhaltene Beschwerdeschrift, in der die Juden nochmals ausführlich die Vorgänge, die sich während der

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