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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 71

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 71 (sequence 8)
Language
German
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71 Verzweifelt über den Abfall der Gemeinde bis zum anderen Morgen verweilte, ohne Speise und Trank zu sich zu nehmen. Das Volk versprach alles und hielt wenig oder nichts. Da griff Nehemia, der Mundschenk des Königs Artaxerxes, mit kräftiger Hand ein. Seine Memoiren sind uns im Buche Nehemia erhalten. Er erzählt dort, wie sein Bruder Chanani eines Tages nach Susa kam und ihm über die traurigen Zustände in Judäa berichtete, wie er mit Erlaubnis des Königs als Statthalter nach Jerusalem zog und dort die Mauern trotz aller Versuche des Sanballat, den Bau zu stören, vollendete, wie er die Vorsteher des Volkes schriftlich auf das Gesetz verpflichtete, die Heiligung des Sabbates erzwang und die Mischehen auflöste (445). Von dieser Zeit an war der Monotheismus unter den Juden vor allen Fährnissen sicher. Die Absonderung von den Heiden schützte vor fremden Einflüssen, und das Gesetz begann seine lange, Jahrhunderte währende Erziehungsarbeit. Damit aber verlassen uns die Quellen für die Geschichte der Juden in Palästina. Wir kennen nur noch aus dem Buche Nehemia eine Reihe von Hohenpriestern, unter ihnen jenen Jochanan, in dessen Zelle Esra übernachtet hatte, und Josephus erzählt: Jochanan habe in einem Streite seinen Bruder Josua im Tempel erschlagen, der persische Feldherr Bagoas habe das durch Brudermord befleckte Heiligtum betreten und sieben Jahre lang die Juden bedrückt. Bis zur Hellenistenzeit und dem Ausstande der Makkabäer liegt von hier an die Geschichte der Juden zwei Jahrhunderte hindurch für uns im Dunkeln. Auch was aus den Juden in Aegypten geworden war, wußten wir nicht. Erlebten sie noch die Zeit, da Kambyses, der Sohn des großen Befreiers Cyrus die Macht der Pharaonen endgiltig niederwarf und Aegypten zur persischen Provinz machte? Kehrten sie etwa damals zugleich mit ihren Brüdern aus Babel nach Palästina zurück oder gingen sie vorher bereits zu gründe? Schlimm und drohend klangen die letzten Worte, die wir über sie hören. Gegen den Willen Jeremias waren sie zum Pharao gezogen und hatten die Heimat wüst und öde

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