Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Die Papyri von Elefantine
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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68 der Leitung Prof. Otto Rubensohn's eine Anzahl der wertvollsten aramäischen Urkunden aufgefunden und bald darauf durch Eduard Sachau der Berliner Akademie vorgelegt. Im Jahre 1911 erschien dann eine Ausgabe der gesamten neuen Funde durch denselben Gelehrten. Alle diese Veröffentlichungen wurden von der wissenschaftlichen Welt in atemloser Spannung entgegengenommen. Waren doch diese Papyri ein Kommentar zur Bibel, wie wir ihn noch nicht gesehen hatten. Es waren die Briefe einer jüdischen Militärkolonie, die im fünften vorchristlichen Jahrhundert auf der Insel Elefantine bestanden hatte. * * Die Zeitgeschichte. Durch die Weltgeschichte hindurch ist Palästina der Zankapfel zweier Reiche gewesen, eines Nordreiches, das an den Ufern des Euphrat und Tigris lag und eine. Verbindung mit dem Mittelmeer suchen mußte, und Aegyptens, das von den Rändern der Wüste umschlossen, gebieterisch eine Ausdehnung nach Norden verlangte. So war das kleine Land am Jordan der Spielball und der Kampfpreis jener Staaten, selbständig und mächtig nur dann, wenn die Kultur der großen Nachbarländer im Verfall begriffen war. Hieroglyphen und Keilinschristen erzählen uns von den Zügen der Pharaonen und babylonisch-assyrischen Könige gegen Kanaan, und auch die Bibel hallt von diesen Berichten wieder. Sie weiß noch von einem Einfall, den in uralter Zeit in den Tagen Abrahams ein elamitisch-babylonischer König Kedorlaomer in Palästina machte, von dem Zuge des Pharaos Sisak (Scheschonk) gegen Jerusalem, sie erzählt, wie das Nordreich der zehn Stämme Israels dem Ansturm der Assyrer erlag, seine Bevölkerung gefangen fortgeführt und durch heidnische Siedler, die späteren Samaritaner, ersetzt wurde, (722), wie Josia, der fromme König von Juda im Kampfe gegen Necho von Aegypten fiel und endlich auch Jerusalem vou dem Heere des Babylonierkönigs Nebukadnezar erobert