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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 67

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 67 (sequence 4)
Language
German
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67 — Aethiopien nennt, die Lebensmöglichkeiten, und seine Bewohner schauen stets lüstern hinüber nach den glücklichen Gefilden Aegyptens, wo dem Räuber so reiche Beute winkt. Gegen diese Barbaren ist der Kulturmensch des Nordens beständig auf der Hut, und seit fünf Jahrtausenden sind Syene-Assuan und Jeb-Elefantine die Festungen, die den Bauern der Nilebene gegen die äthiopisch-nubischen Horden schützen. Hier in Assuan tauchten in den Jahren 1901 und 1904 ein paar merkwürdige Inschriften auf, wie sie vielfach bei den Ausgrabungen in Aegypten zu tage kommen. Teils waren es Ostraka, Scherben von Tongefäßen, die im Altertum häufig als Schreibmaterial benutzt wurden, weil sie nichts kosteten und jeder Zeit zur Hand waren, teils waren es Papyri, dünne Blätter, die in alter Zeit, als es noch kein Papier und Pergament gab, aus dein Marke einer Schilfart, dem Papyros, hergestellt wurden, indem man das Mark dieser Pflanze in lange Streifen schnitt, diese an der Sonne trocknete und doppelschichtig zusammenklebte. Durch Zufall kamen sie zumVorschein. ArabischeBauernhattenindenTrümmerfeldern von Elefantine gegraben, nicht aus wissenschaftlichen Interessen oder um Schätze zu heben, sondern weil die seit Jahrtausenden unberührte Erde jener Schutthügel ein vorzügliches Düngermittel ist, das die Fruchtbarkeit des ägyptischen Bodens noch künstlich steigert. Nun wissen die Fellachen aber auch, daß die Europäer für alte beschriebene Papiere hohe Preise zahlen, und sie hüteten sich wohl zu erzählen, wo sie den Fund gemacht hatten, bald hieß es: auf der Insel Elesantine, bald: auf der anderen Seite des Nils bei Assuan, und noch in der ersten Ausgabe der Papyri durch die englischen Professoren Sayee und Cowley wurde angenommen, daß die Fundstätte bei Assuan gelegen sei. Das riesige Aufsehen, das diese erste Publikation erregte, bildete die Veranlassung für die Ausgrabungen, die die Verwaltung der Königlichen Museen zu Berlin in den Jahren 1906 bis 1908 auf der Insel Elefantine veranstaltete. Der Erfolg war beispiellos. Besonders im ersten Jahre wurden unter 5*

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