Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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49 schließt sich die Schrift von P. Fiebig an: „Die Gleichnisreden Jesu im Lichte der rabbinischen Gleichnisse des neutestamentlichen Zeitalters". Allerdings verfolgt dieses Buch auch eine religionsgeschichtliche Tendenz; es soll ein Beitrag zum Streit um die Ehristusmythe und eine Widerlegung der Gleichnistheorien Jülichers sein. Man kann dem Verfasser nur durchaus zustimmen, wenn er im Vorwort sagt: „Ein Buch wie das Neue Testament, insbesondere die synoptischen Evangelien, kann nur dann richtig beurteilt werden, wenn matt nicht nur griechisch-hellenistische, sondern vor allem orientalische und hebräisch-aramäische, rabbinische Kenntnisse besitzt." Ebenso zutreffend ist eine weitere Bemerkung, daß die Gleichnisreden Jesu „nur mit einem für jüdische Ausdrucks- und Denkweise geschulten Blick richtig ausgelegt werden können." Ueberhaupt geht der Verfasser von der richtigen Voraussetzung aus, daß der literarische und gedankliche Inhalt der Gleichnisreden in den drei ersten Evangelien im rabbinischen Schrifttum wurzelt und nur durch dessen Kenntnis richtig verstanden werden kann. Im ganzen strebt der Verfasser nach objektiver und freier Erforschung der Evangelien im literarisch-ästhetischen Sinne ohne jede Voreingenommenheit und ohne Tendenz; seine Arbeit ist eine wissenschaftliche Forschung, die diesen Namen vollauf verdient. — Von demselben Autor liegt eine Textausgabe „Rabbinische Wundergeschichten des neutestamentlichen Zeitalters" vor. Sie enthält 18 in der talmudischen Literatur enthaltene Wundergeschichten im vokalisierten Text, mit sprachlichen und sachlichen Bemerkungen, für Anfänger sehr nützlich. lieber das talmudische Schrifttum liegt ein umfangreiches, biographisch-literarisches, alphabetisch geordnetes Werk in hebräischer Sprache vor: „Toldot taanna'im. wa-emoraim" von A. Hyrnan. Es ist dies eine eingehende Forschung, die sich auch mit den genauen Lesarten in diesem großen Schrifttum befaßt, insofern sie für die biographischen Daten von Wert sind. In der Sammlung Göschen sind „Talmudproben" von S. Funk erschienen. In dieser kleinen Schrift sind in guter Auswahl uitd 4