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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 39

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1913-01-01
Page
Seite 39 (sequence 19)
Language
German
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39 Jahre hindurch gewidmet und war bemüht, alles sorgfältig zu prüfen und die Ergebnisse seiner Forschungen in gemeinverständlicher Form niederzulegen. Zu den besten Darstellungen des Judentums im Geiste der modernen Weltanschauung gehört die geistvolle Schrift von I. Ziegler: „Die Geistesreligion und das jüdische Religionsgesetz". In dieser Studie unternimmt es der Verfasser, das Judentum mit dem Modernismus in Einklang zu bringen. Das Buch Zieglers ist ein neuer Versuch, das Judentum religionsphilosophisch zubegründen, undRudolf Eucken bezeichnet in seinem Geleitwort diesen Versuch als auf reichlichstem geschichtlichen Wissen und ernster philosophischer Ueberzeugung begründet. Die Lektüre dieser Schrift wirkt anregend , und führt zu mannigfaltigen Ergebnissen. Vom orthodoxen Standpunkt aus hat M. Cahn die zeitgenössischen religiösen Strömungen in der Judenheit zu beleuchten unternommen. In seinem Buch, „Die religiösen Strömungen in der zeitgenössischen Judenheit", zieht er rücksichtslos die Konsequenzen der jüdisch-orthodoxen Anschauung mit einer Entschiedenheit, wie dies seit dem Auftreten S. R. Hirschs nicht geschehen ist. Wie man sich auch zu den Ausführungen des Verfassers stellen mag, man wird ihm nicht die Anerkennung versagen können, daß .er mutig und folgerichtig seine Meinung ausspricht uud jedem Kompromiß aus dem Wege geht.' Das Buch verdient das Aufsehen, daß es bei seinem Erscheinen bei allen Parteien hervorgerufen hat. Daß es vielfach, zum Teil auch im orthodoxen Lager, auf Widerspruch gestoßen ist, ist nicht zu verwundern. Es bedeutet einen Kriegsruf gegen das liberale Judentum und schont zuweilen auch die eigene Parteirichtung nicht, wo diese sich zu Friedfertigkeit Und Nachgiebigkeit geneigt zeigt. Dieser Streitpunkt wird auch von der Schrift I. Wohlgemuths „Das jüdische Religionsgesetz in jüdischer Beleuchtung" gestreift. In einer neuen Auflage sind die bekannten „19 Briefe über das Judentum" von Ben Usiel (S. R. Hirsch) erschienen. Die jüdische Religionsgeschichte behandelt auch die Arbeit G. Schnedermanns: „Wie der Israelit Jesus

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