Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 16)
- Language
- German
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36 auch nicht immer diesen Standpunkt teilen kann, so findet man in der Arbeit dieses vielseitigen, mit großer Liebe und Begeisterung für das biblische Schrifttum schreibenden protestantischen Theologen vielfach Anregungen, denen man nachgehen kann. Von dem verstorbenen E. Kautzsch ist ein posthumes Werk erschienen: „Biblische Theologie des alten Testaments". K. Buddes bekannte Schrift „Die Religion des Volkes Israel bis zur Verbannung" ist jetzt unter neuem Titel („Die altisraelitische Religon") in 3. Auflage erschienen. Noch zu erwähnen ist die Schrift von E. Mugler, „Religion und Moral in der Bibel. Der Kampf um die ethische Religion von Amos bis Paulus". Von E. Sellin liegt eine in der Darstellung sehr gefällige Schrift: „Der alttestamentliche Prophetismus" vor. Das Buch ist aus drei Vorträgen entstanden, die der Verfasser zu verschiedenen Zeiten und Anlässen gehalten hat. Der erste Vortrag, eine Studie über den alttestamentlichen Prophetismus, wurde im November 1909 bei einem von der Frau Reichskanzler von Bethmann Hollweg in ihrem Hause veranstalteten Vortragszyklus gehalten. Der zweite Vortrag ist eine dreistündige Vorlesung, die der Verfasser im Oktober 1909 in einem Berliner Ferienkurs für Theologen über Alter, Wesen und Ursprung der alttestamentlichen Eschatologie gehalten hat. Der dritte Teil ist eine Studie über altorientalische und alttestamentliche Offenbarung, ein Vortrag, gehalten auf der landeskirchlichen Konferenz Mecklenburgs. Diese drei Studien hat Sellin, einer der vielseitigsten Forscher unserer Zeit, zu dem vorliegenden Buch vereinigt. Trotz des ursprünglichen Zweckes dieser Vorträge sind sie durchaus wissenschaftlich gehalten. Das Buch gehört zu den besten Erscheinungen über das jüdische Prophetentum. Die bekannte vorzügliche Schrift C. H. Cornills „Der israelitische Prophetismus" liegt in der 8.—10. Auflage vor, was man als eine sehr erfreuliche Erscheinung bezeichnen darf. Das israelitische Prophetentum hatte gerade in seiner Blütezeit seinen schlimmsten und gefährlichsten Feind in