Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 9)
- Language
- German
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29 Gehen wir nun auf die Erscheinungen des letzten Jahres im Einzelnen ein. In erster Reihe ist eine verhältnismäßig große Zahl von Einleitungen in die heilige Schrift und geschichtliche Abhandlungen über sie zu erwähnen. In einer Rektoratsrede, die gedruckt erschienen ist, hat K. Marti „Stand und Aufgabe der alttestamentlichen Wissenschaft in der Gegenwart" klargelegt, während W. Küppers in einer kleinen Schrift, „Das Alte Testament und die moderne Wissenschaft", ein populäres Thema behandelt. Von den Kämpfen auf dem Gebiete der modernen Bibelwissenschaft gibt S. Jampel eine volkstümliche Darstellung in seinem Buche „Vom Kriegsschauplatz der israelitischen Religionswissenschaft". R. Kittels Buch „Die alttestamentliche Wissenschaft in ihren wichtigsten Ergebnissen" ist in einer zweiten vermehrten Auflage erschienen, und A. Scho epsers Forschung „Geschichte des Alten Testaments mit besonderer Berücksichtigung von Bibel und Wissenschaft" in fünfter Auflage. Eine umfangreiche Arbeit liegt in C. Steuernagels „Lehrbuch der Einleitung des Alten Testaments" vor, mit einem Anhang über die Apokryphen und Pseudepigraphen. Das Buch zeichnet sich durch große Klarheit aus und geht über den Rahmen ähnlicher Einleitungen hinaus, indem es außer den Büchern unseres Kanons auch die Apokryphen und die Pseudoepigraphik behandelt. Es ist als Lehrbuch großen Stils sehr geeignet, in das Studium der älteren jüdisch-religiösen Literatur einzuführen. Der Standpunkt des Verfassers ist der der Wissenschaft, aber er behält sich die Freiheit der Kritik auch gegen die moderne Bibelkritik vor. Gegen E. Sellins in Fachkreisen Aufsehen erregende Schrift „Einleitung in das Alte Testament", in der eine Fülle von neuen textkritischen und literargeschichtlichen Anregungen gegeben ist, wendet sich C. H. Cornill in seinem Buch „Zur Einleitung des Alten Testaments". Cornill sucht die älteren Ergebnisse der Bibelforschung in literargeschichtlicher Beziehung zu verteidigen und die Bibelwissenschast von Uebertreibungen nach jeder Richtung fernzuhalten. Sellin hat auf die Ausführungen Cornills mit einer Gegenschrift „Zur Einleitung in das Alte