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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 26

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1913-01-01
Page
Seite 26 (sequence 6)
Language
German
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26 Form annahm, kann man sich so schwer entschließen. Denn gerade dieser Teil der Wissenschaft des Judentumsist der Theologie, wie es scheint, unrettbar verfallen. Und dann hört alles auf. Das Judentum ist abgeschlossen und abgetan. Wozu es weiter seinDasein fristete,, das bleibt ein Rätsel, das lediglich im „Starrsinn" des jüdischen Volkes seine Lösung finden mag. Was das Judentum später geleistet hat, des geht doch wirklich niemand weiter an. Hin und wieder verirrt sich in ein gelehrtes Werk eine Notiz über die jüdische Religionsphilosophie, über die jüdischen Bibelexegeten usw.; die Agada und die jüdische religiöse Poesie des Mittelalters sind in dunklen Umrissen bekannt. Heinrich Heine hat Jehuda-Halevi sozusagen salonfähig gemacht, und man muß ungefähr wissen, was er war und wo er lebte. An den deutschenHochschnlen sieht man sich weder bemüßigt, sich mit der Agada, in der ein begabtes. Volk Jahrhunderte hindurch gedichtet hat, noch mit der religiösen und weltlichen hebräischen Poesie im Mittelalter, oder mit der jüdischen Religionsphilosophie und den Leistungen der Juden auf verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten zu beschäftigen. Das ist natürlich „unwichtig". Nun lese man die Vorlesungsverzeichnisse unserer Hochschulen Semester für Semester durch, und man wird sehen, welchen wichtigen Forschungen das Universitätsstudium dient. Hätte man den tausendsten Teil davon, was das „Spätjudentum" geschaffen hat, in irgend einem afrikanischen Dialekt gefunden — keine Universität ließe es sich, nehmen, darüber gediegene Vorlesungen abhalten zu lassen. Was ist aus der Anregung betreffs der Errichtung, eines Lehrstuhls für die Wissenschaft des Judentums an einer preußischen Universität geworden? Anläßlich der Hundertjahrfeier der Emanzipation der preußischen Juden hat sie greifbare Gestalt angenommen, und auch die nötigen Geldmittel wurden der Regierung zur Verfügung, gestellt. Die Sache scheiterte aber an Formalien, deren Natur hier nicht weiter erörtert werden soll. Man spricht jetzt von der Verwirklichung dieses Planes an der neu zu begründenden Universität Frankfurt. Ich spreche offen

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