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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 4

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Rückblick auf das Jahr 5672
Date
1913-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Dozenten zusammenfassen; ein solcher kann entweder nur Dilettantisches leisten oder aber lediglich einen bestimmten Teil jener Wissenschaft lehren. Und zweitens kommt es .aus die Persönlichkeit eines solchen Dozenten an. Wer steht uns denn dafür, daß die Regierung auf eine derartige Lehrkanzel nicht einen jener „liberalen" christlichen Theologen berufe,. die den Unterschied ihres, in Wahrheit zur jüdischen Prophetenreligion gewordenen Christentums vom Judentum dadurch zu erweisen suchen, daß sie das letztere in den schwärzesten Farben schildern? Eine solche Professur der Wissenschaft des Judentums würde uns den größten Schaden bringen. Dieses sind auch die Gründe, aus denen der Verfasser dieses „Rückblicks" die von jüdischer Seite ausgegangenen Bestrebungen zur Gründung einer derartigen Dozentur mißbilligt. Er glaubt einen anderen Weg Vorschlägen zu dürfen. Mögen doch ein und der andere tüchtige Jünger der Wissenschaft des Judentums sich an den Universitäten habilitieren und dort Rühmliches leisten — dann wird sich der Augenblick finden, wo sie sich eine entsprechende Professur erobern werden. Und einmal begründet, werden diese Lehrkanzeln nicht wieder verschwinden. In Württemberg ist nunmehr das neue Jsraelitengesetz mit der damit zusammenhängenden „Kirchenverfassung" zur Annahme gelangt. Es bedeutet erfreulicherweise eine vollständige staatliche Gleichberechtigung der jüdischen Gemeinde-Einrichtungen mit denen der christlichen Bekenntnisse, beruht aber, für den Geschmack der Juden außerhalb des schwäbischen Königreiches zu sehr auf bürokratischem Wesen und Einmischung des Staates. Allein da es den Wünschen der großen Mehrheit unserer württembergischen Glaubensgenossen entspricht, ist nichts dagegen zu sagen. In Oesterreich haben die im vergangenen April vollzogenen Wahlen zum Wiener Gemeinderat allen ftei und gerecht Denkenden eine große Enttäuschung gebracht. Freilich ist eine kleine Anzahl von Mandaten den Christlich- Sozialen entrissen worden, aber es ist diesen nicht allein die einfache, sondern sogar die Zweidrittel-Mehrheit

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