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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 274

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Der Mischpocherentner
Date
1912-01-01
Page
Seite 274 (sequence 63)
Language
German
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274 Und wenn er sich auch weiterhin nicht äußerte, so bekam er als stiller Zuhörer, bei den lebhaften Gesprächen und Diskussionen des EisenstädterischenKreises, dochganz andereEinblicke in die Vorgänge, von denen die Zeitung berichtete, und die „Neue freie Presse" wurde damals seine Welt. Sie nahm er mit, als er sich zur Ruhe setzte und das erste was er tat, als er dort seine künftige Existenz festgestellt hatte, war, daß er auf die „Neue Freie" abonnierte. Selbstverständlich konnte er das Blatt nicht direkt beziehen, aber er fand einen Ausweg es sich zu verschaffen, wie er in folgendem Briefe an seine Schwägerin berichtete: Liebe Schwägerin Jetti! . . Deine Postanweisung und Deine guten Wünsche zum Psingstfeste habe ich bekommen. Du kannst Dir leicht denken, wie erfreut und zuftieden ich bin, daß es speziell Deiner Bemühung und Fürsprache gelungen ist, mir einen ansehnlichen Betrag vierteljährlich zugehen lassen zu können. Meine Lage wird nun eine ganz gute sein und ich kann die Lebenszeit, die mir noch bestimmt ist, behaglich und sorgenfrei verbringen. Du hast, liebe Jetti, noch erwähnt, falls ich hie und da einen Wunsch haben sollte oder mir eine Extraausgabe erwachsen sollte, mich getrost an Euch zu wenden. Ich danke Euch für diese Güte bestens, aber ich werde davon keinen Gebrauch machen. Ich teile mir die sixierten Beträge derart ein, daß auch für eine unvorhergesehene Ausgabe die nötige Deckung vorhanden ist. Wenn Ihr aber in Eurer Güte und Liebenswürdigkeit glaubt, außer den nunmehr festgesetzten vierteljährlichen Beträgen, noch ein übriges tun zu müssen, so könntet Ihr mir zu dem Osterfeste, zu den Pfingstfeiertagen und zu den hohen Festtagen einen beliebigen Betrag als Extrazulage zugleich mit der jeweiligen Vierteljahres- Sendung zukommen lassen, wofür ich Dir sehr zu Dank verpflichtet wäre. Besonders zu den Osterfeiertagen wird der Geldbeutel immer sehr in Mitleidenschaft gezogen, da alles, was da benötigt wird.

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