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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 259

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Der Mischpocherentner
Date
1912-01-01
Page
Seite 259 (sequence 48)
Language
German
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259 Manne nur eine kleine Mitgift zugebracht, nur einen monatlichen Zuschuß, den ihr Vater ihnen bewilligt hatte, und der nach seinem Tode aufhörte, als ihre Mutter, mit zwei Schwestern und einen! Bruder sich mit einer kärglichen Pension durchhelfen mußten. Auch das war geglückt, ihren .Geschwistern ging es gut, die Mutter lebte bei einer ihrer verheirateten Schwestern... An all diesen Lebensnöten kleiner Mittelmäßigkeit, waren sie ungefährdet vorüber gekommen, und das lag daran, daß Ietti -Eisenstädter im Geheimen ihrem Manne einen sehr großen Schatz mitgebracht hatte. Der bestand aus seltenem Edel- Hestein: Güte, Klugheit, einfachen Sinn und einer Herzensfröhlichkeit, die über alle Schatten und Sorgen, die hellleuchtende, lachende Sonne ihres ewig heiteren Temperamentes ausbreitete. - So war das Haus bestellt, in dem zwei prächtige Söhne und eine Tochter zur Freude und Stolz der Eltern heranwuchsen. Ja, die Buben! Wenn sie an diese beiden dachte, wurde der Flug ihrer Gedanken doch höher, wagte sich in Regionen, in dem Glanz und Reichtum blinkten, Ehre und Ruhm winkten, heimliche Wünsche sich regten . . . warum auch nicht? Waren diese Buben doch sehr begabt, Lernten gut, waren immer Vorzugsschüler, in der Volksschule sowohl als im Gymnasium, und lieb waren sie und brav und schön und jeder kannte Josef Eisenstädters Söhne und lobte und pries sie. An Frau Ietti Eisenstädter kam überhaupt niemand heran, der ihr nicht Komplimente gemacht hätte über ihre Kinder und ihre „Chochmes" (Klugheiten) erzählte sich, von ihren ersten Lebensjahren -an, der ganze Prater. „Ja, dieser- Rudolf, und gar der Edy und die Mali! Die wurde unbedingt eine Schönheit! Wenn sie im weißen Stickereikleid mit blauen Maschen im Haar in den Alleen des Praters sich mit ihr zeigte, drehten sich alle Erzherzöge um, und mit Edy hatte sich überhaupt schon ein Generalfeldzeugmeister unterhalten, nur Rudi. . . der war eben ein stolzer und zurückhaltender Bub, der war was ganz besonderes". Und die Stickereikleidchen für Mali stickte sie selbst, und die Sammthöschen für 17*

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