Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Der Mischpocherentner
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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235 „Und wie viel Kinder hat er?" „Bier, und eine Propination in Saybusch und soll ganz schön verdienen. . „Und wie alt ist er?" „Das weiß ich nicht . . das hat der Onkel von meiner verstorbenen Frau nicht geschrieben." „Also suchen Sie das zu erfahren und was er sonst für Bedingungen stellt. . ." „A Nedan, verlangt er nich, nur ä gute Aussteuer glaub' ich." „Wenn Sie alles genau wissen, kommen Sie her und wir wollen weiter über die Sache sprechen. Adieu, Herr Eisenstädter. . ." „Adieu, Herr vr. . ., ich geh' schon, ich will nich länger stören", er wandte sich zur Tür und bereits die Klinke in der Hand fragte er noch: „Weiter is doch niemand krank Herr vr., weil Sie von mehreren Visiten redeten? ..." * Saul und sein Bruder Elieser, der jüngste der Geschwister, verbrachten den Sabbat Nachmittag immer zusammen. Wenn Elieser aus dem Gymnasium kam und seinen Schabbes-Tisch bei dem reichen Pelzhändler, Herrn Samuel Bergstein hinter sich hatte, trafen sie sich bei der Tante Chase, die ihn zum Wohnen bei sich ausgenommen hatte, gegen ein kleines Entgelt von ihrem Bruder. Sie war selbst eine arme Frau und lebte von Unterstützungen der Gemeindemitglieder. Wenn sie auch früher hie und da den Versuch gemacht etwas zu verdienen, als Pflegerin und bei Kindbetterinnen, so mußte sie diesen immerhin ganz annehmbaren und achtbaren Verdienst aufgeben, seit sie den „Rewmatismus" in den Händen hatte, was sie zu derartigen Dienstleistungen ungeeignet machte. Seitdem lebte sie von den Gaben von Verwandten, die selbst nicht viel hatten, und jenen monatlichen Beiträgen, die diese armen Frauen, „Roschchaudesch-