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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 229

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Der Mischpocherentner
Date
1912-01-01
Page
Seite 229 (sequence 18)
Language
German
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- ■■''' ' - -H 229 und man sah, daß er sich nicht etwa einen Spaß erlanden wollte. Was ä Neuling zum ersten' Commis . sich nicht erdreisten dürfte, und darauf sagte ich, wir Z wollen den Eisenstädter doch lieber ins Comtor be- ■ fchäftigen und auf den Remisen. Jetzt is er seit 3'/z Monat bei mir und zu seire Neujahr — nich i Rausch haschono — wer ich ihm ein Taschengeld monatlich > geben. Das kannst Du seinem Vater sagen. Ent- * schuldige den langen Brief, aber Du wolltest doch Auskunft über dein Schützling. Nach den Jomtauwim . fahr ich nach Wien und dann nach Ungarn zu de Märkte und Abschlüsse machen, nach der letzten Ernte. Kukurutz is sehr gestiegen. Grüß Deine liebe Frau und Adolf und Samy. Is Felscherl noch bei der -v' Amme? Dein treuer Schwager i Josua Pollak. b * * ' ♦ Der Lehrer und Vorbeter Israel Eisenstädter war sehr glücklich als vr. Berger ihn zu sich beschieden hatte und ihm den Saul angehenden Teil des Briefes vorlas. „Wirklich, ä Wunder, Herr Dr., ä Wunder. Ich Hab nich gedacht, daß der narrische Mensch sich wird wo reinfinden. Sie haben keine Ahnung, was er für Zugges gemacht hat im Haus. Die andern Kinder zusammen haben nich ä so viel zu schaffen gemacht wie er, und meine Frau, gottseligen Andenkens, hat manche Träne vergossen wegen ihm. Nich, daß er gemacht hätt dumme oder, Gott verhüt', gar böse Streich, ganz in kontrair, er hat garnichts gemacht. Wenig gered't, genug geachelt und immer gelesen, was er in die Hand bekommen hat. Schillerns Gedichte und die Bücher aus der Schule 100 mal und jedes Stücke! Zeitungspapier, wo was eingewickelt war, mit de Getreidepreise und die Fürstlichkeiten und den Kaiser und die Anzeigen von die geborenen Kinder und die gestorbenen Leut und was man verkaufen v'-n^VHrass;

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