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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 210

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Ein Edler in Israel
Date
1912-01-01
Page
Seite 210 (sequence 13)
Language
German
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210 zu empfinden scheint." Dieses Werk ist gleichsam als Einleitung zu seinem großen philosophischen Hauptwerk anzusehen. Sein monumentales Werk „System einer neuen Metaphysik" ist auch sein Lebenswerk geworden, das selbst Eduard von Hartmann geradezu als „epochemachend" begrüßte. Das Werk ist auf fünf stattliche Bände berechnet, wovon vier Bände unter dem Titel „Wissenschaft des Weltgedankens", „Wifsenschaft der Gedankenwelt", „Wissenschaft der Krafteinheit" und „Wissenschaft der Geisteseinheit" 1888 bis ■ 1897 erschienen waren. Ein Kritiker würdigt das Riesenwerk folgendermaßen: „Mit bewundernswertem Freimut tummelt sich hier ein hoher Geist, der das Weltall umspannt und durchforscht hat. Es gibt nicht viele universelle Köpfe; Rülf gehört zu diesen wenigen. Seine Metaphysik kann ebensowohl studiert wie gelesen werden. Die Frische der Darstellung und - die Schönheit der Sprache blitzen dem Leser und dem Forscher wie ein Kleinod aus den Blättern des Rülf'schen Buches entgegen." Auf den letzten Teil seiner Metaphysik. weist Rülf selbst hin, wenn er sagt: „Unsere Aufgabe wird nunmehr darin bestehen, auf die bisherige Weise zur wissenschaftlichen Erkenntnis zu bringen, daß Allkraft und Allgeist nichts anderes seien, als das Gotteswesen, die Fülle aller Kraft und alles Geistes, der Urgrund alles Seins und Werdens, das All-Eins und Eins-All; darin aller Weltgedanke und alle Gedankenwelt und schließlich wir selbst aufgehoben, das bedeutet, verloren und versunken — aufgehoben, das bedeutet aber auch, für alle Ewigkeit aufbewahrt sind. Alles muß sich schließlich in Gott verlieren, um sich für alle Ewigkeit wiederzugewinnen. Jede Kreatur, an sich selbst nichtig und hinfällig, gewinnt in Gott Bestand für die Ewigkeit. Und ebenso ist alles erst in Einheit und Wahrheit erfaßt und begriffen, wenn es in der Ewigkeit, wenn es in Gott erfaßt und begriffen ist. Die Philosophie ist die Wissenschaft des Einen und des Wahren; darum ist ihr Höchstes und Letztes: Wissenschaft der Gotteseinheit." Diesen fünften und letzten Teil, „Die Wissenschaft der Gotteseinheit", der als Schlußstein das bedeutende Werk krönen soll, schrieb der Denker in seinen letzten Lebensjahren in seinem Ruhesitz in Bonn; sein größter Wunsch war, dieses Werk zu vollenden. Diesen seinen

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