Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Wilhelm Wolfsohn
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Benavente: Ha, welch ein Wahnsinn reißt dich fort! — Fernando! Wie kannst du — du für Juden schwören? . Fernando: Ich kann's. Der Juden ganzes Tun und Meinen, Was sie nach Brauch und nach Gesetz begehn, Ich kenn es aus der eignen Jugend Jahren — Geborper Jude, Hab ich's selbst erfahren! (Alle in tiefster Erregtheit). Upd nachdem die Wiedererkennungsscene zwischen dem Prior und seinen Geschwistern sich vollzogen, hören wir gleichfalls mit Rührung die Worte des Rabbiners: Vergib auch mir! Dich haßt' ich um den Glauben, Und ich verkannte das Gebot Jehovahs- Ms seinen Schild erkenn' ich dich, du schwurest Für unser Volk — als Kreuzesdiener. * Dein Beispiel mahnt mich, daß Jehovah sprach, Den Fremden liebt, denn selber wart ihr Fremde. Der Andersgläub'ge ist der Glaubensfremde. Duldung und Liebe ist das Gesetz Jehovahs, Duldung und Liebe will fortan ich lehren. Wilhelm Wolfsohn ist Jude geblieben. Ein schönes Zeugnis dieser Zugehörigkeit ist nicht nur das Drama selbst, das eben besprochen wurde, sondern insbesondere die Vorrede, worin er sich mit größter Entschiedenheit gegen dieses Blutmärchen und gegen das Blutbad zu