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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 181

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Wilhelm Wolfsohn
Date
1912-01-01
Page
Seite 181 (sequence 19)
Language
German
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— 181 — Erzählung, in der ein Greis darüber bekümmert ist, daß die Jugend nicht mehr an allen Geboten des Judentums festhalte. aber durch seinen Sohn über die innere Anhänglichkeit der Jugend an die Lehren des Judentums beruhigt, mit den Worten stirbt: „Nimm meine Seele zu Dir, Allvater im Himmel! Ich habe genug gelebt und ich kann ja ruhig sterben, nun ich weiß, daß auch im jungen Geschlecht Israels Stütze nicht zertrümmert wird. Ich will mich ergötzen am Frühling, den Du uns gesendet hast, und es sei mein letzter Atemzug, ein Gruß, den ich der jungen Zeit bringe!" Wegen solcher Tendenzen verdient die Novelle, die durch ihre Erfindung und Darstellung aus keine sonderliche Beachtung Anspruch erheben dürfte, noch heute Anerkennung. IV. Wolfsohn hat drei Dramen geschrieben, die sich zu ihrer Zeit einer sehr großen Beliebtheit erfreuten und die, wenn sie auch seit Jahrzehnten von der Bühne verschwunden sind, wert sind, daß man von ihnen spricht, wenn auch gegen sie mannigfache Ausstellungen zu erheben sind. „Dein „Zar und Bürger" ist ein so gelungenes Stück, daß ich solche Erfolge (für das neue Stück) für möglich halte", schrieb Fontane im Jahre 1854. Das Drama hat keine große Bühnengeschichte. Es wurde allerdings auf den Hofbühnen in Dresden und Karlsruhe mit großem Erfolge gespielt, aber die Persönlichkeit des Zaren bereitete dem Stück auf anderen Hofbühnen Schwierigkeiten. Nach dem Druck gelangte es in Dresden zu einem neuen Leben, besonders glänzte Bogumil Dawison in seiner Hauptrolle. Für Wolfsohn war es, wie er in der Vorrede mitteilt, der schönste Abend, an dem er Berthold Auerbach und Otto Ludwig sein Drama vorlesen konnte. Das sehr lange Stück in Jamben mit Schillerschem Pathos geschrieben, behandelt Peter den Großen, die

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