Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Wilhelm Wolfsohn
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Das dritte Gedicht gibt einer Stimmung Ausdruck, die der Dichter zwar nicht selbst erlebt hatte, denn er war nicht zum Kampfe für das Vaterland ausgezogen, die er aber am Ende der 30 er Jahre noch bei gar manchen beobachten oder erfahren konnte, die sie vor einem Vierteljahrhundert selbst an sich erlebt hatten, nachdem sie die höchste Mannespflicht erfüllt und nun statt der Befreiung die Knechtung fanden. Dieser Empfindung lieh er Worte in seinem Gedichte: „Des Juden Heimkehr", das folgendermaßen lautete: Sie hatte mit Erz und Eisen des Helden Arm bewehrt. Sie gürtet ihm um die Lenden sein feuerblitzend Schwert — Ade nun Lieb! laß Klagen, laß deine Tränen sein. Und kehr ich niemals wieder, zur Heimat kehr ich ein. Er brauste voran in Schlachten, er hielt dem Tode Stand, Er dachte oft verblutend an Weib und Vaterland — Da dämmert am fernen Himmel des Friedens Morgenrot. Und es klang durch alle Gauen sein fröhlich Machtgebot. Des Kriegers harrt die Liebste, als jetzt er wiederkehrt, Sie löst ihm von den Lenden sein feüerblitzend Schwert — Er aber sprach finster: Weib, laß den Jubel sein, Aus fremden Landen kommend, kehr ich zur Fremde ein. Wohl haben wir gerungen, gekämpft mit mächtger Hand, Doch unsre Edlen fielen nicht um ihr Vaterland! — Im Kriege rasten die Stürme, da brachen die Ketten fentzwei, Der Frieden der lächelt so ruhig, und schmiedet die sKetten aufs Neu.