Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Wilhelm Wolfsohn
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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!'rp; - '3*i — 171 - diesem Fehler litt, mahnte einmal den Freund: „Wenn Sie es sich auch schon selbst sagen, lassenSie es sich dochnochmals von mir sagen: Schweig, meid und schreib. Wir haben beide den Fehler und ich glaube Sie fast noch mehr, aus Rücksicht und Teilnahme für Andere die für uns selbst zu vergessen. Die müßige Welt hat es gern, wenn wir uns ihr geben, obgleich sie das hinterdrein eitel schilt, um sich durchaus von jeder Verpflichtung freizusprechen. Wenn wir uns ganz zerbröckeln und ausreiben lassen und wenn wir's nicht übers Herz bringen können, gegen den und jenen uns ablehnend zu verhalten, wenn wir glauben, keine schiefe Ansicht wie sie ist, stehen zu lassen und eine Art sozialer Missionäre sind und sein wollen — wir haben uns amüsiert und Zeit vertrieben und der nächste beste Geck oder Hochbetitelte ist willkommen." Wolfsohn war ein aus vielfachen Gebieten produktiv tätiger Schriftsteller. Außer der bedeutsamen Rolle, die er als Vermittler des Deutschen in Rußland, des Russischen in Deutschland spielte, betätigte er sich auf drei Gebieten, dem der Lyrik, des Romans und des Dramas.kAj * II. Als Lyriker gab Wolfsohn unter dem Namen Wilhelm Maien zwei Sammlungen heraus: „Sternbilder" (1840) und „Veilchen für seine Freunde nahe und ferne" (gleichfalls 1840), ferner Gedichte in dem später zu nennenden Taschenbuche und eine große Anzahl Verse, die unter dem Titel „Alt und neu. Lieder und Sprüche" in des Verfassers Zeitschrift „Russische und Nordische Revue" erschienen. Auch als Üebersetzer von Gedichten war er vielfach tätig. Nicht nur in den Sammlungen, die aus seiner Jugendzeit herrühren, sondern auch noch in seiner späteren Zeit hatte er vielfach Gedichte russischer Dichter aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nachgedichtet, auch in einer sehr schönen, von Kennern gerühmten Weise einzelne Gedichte des Katull, den Modernen nahe zu bringen verstanden.