Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Wilhelm Wolfsohn
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3111067-3111096-3115685--4148-3115866- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
167 aus deutschen Dichtern der Vergangenheit und Gegenwart. Leider bin ich nicht in der Lage über diese kritischen und literarhistorischen Aufsätze, sowie über die 'genannten Werke aus eigener Anschauung zu sprechen. Die Zeitschriften, in denen Wolfsohn schrieb, sind heute kaum erreichbar und wenn einzelne Jahrgänge von ihnen zu finden sind, so macht es die Nichtunterzeichnung der Aufsätze kaum möglich, den Anteil unseres Schriftstellers herauszufinden. Was die selbständig erschienenen Werke betrifft, so sind sie in der Berliner Königlichen Bibliothek nicht vorhanden; bei dem einen wurde mir der Bescheid zuteil „Nicht verleihbar"; gesehen habe ich nur den dritten Band der russischen Novellensymmlung, der einen Roman von Herzen „Wer ist schuld?" mit einer biographisch - kritischen Einleitung enthält. Die Uebersetzung ist recht lesbar und gewandt, wenn auch dem heutigen Leser manches auch antiquiert erscheint. In der Einleitung wird hervorgehoben, daß der Uebersetzer den russischen Dichter im Jahre 1846 sah, daß es aber zu einer näheren Bekanntschaft mit ihmnichtkam. Daich also ein eigenes Urteil über diese Uebersetzertätigkeit nicht wagen kann, so muß ich mich begnügen, dasjenige zu wiederholen, was Raphael Löwenfeld, ein guter Kenner jener Literatur, über Wolfsohn gesagt hat. „In seinen Sammlungen vereinigte er alles was Rußland aus diesem Gebiete der Dichtung Schönes besaß: Helena Hahns, Alexander Puschkins, Nicolaus Pawlows, Nikolaus Gogols, Sollohubs, Odojewskijs, selbst Alexander Herzens Erzählungen wurden vortrefflich übertragen und^ mit biographisch-kritischen Einleitungen versehen, welch letztere, um dies beiläufig zu sagen, für so manche Einleitung, die in jüngerer Zeit geschrieben wurde, und für so manches Feuilleton den Stoff hergeben mußten. Das am größten angelegte Werk in dieser Richtung, das leider nicht vollendet wurde, ist „Die schönwissenschaftliche Literatur der Russen", ausgewählt aus den Werken der vorzüglichsten russischen Poeten und Prosaisten älterer und neuerer Zeit. Leider ist nur der erste Band er-