Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 166

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Wilhelm Wolfsohn
Date
1912-01-01
Page
Seite 166 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3111067-3111096-3115685--4147-3115865
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 166 auch dieses eifrige Tun nicht von Erfolg gekrönt, da Fontane die geforderten Termine einzuhalten, nicht in der Lage war. Er unterließ auch seinerseits nicht für den Freund einzutreten, indem er in seinem Blatt dessen dichterische Versuche mit großem Lobe bedachte. Als dann ziemlich bald Wolfsohns Teilnahme an dem „Deutschen Museum" zu Ende ging, redete er dem Freunde wiederholt zu, sich an den Allerweltsgönner Varnhagen zu wenden, damit dieser ihm Empfehlungen verschaffe, besonders bei dem Buchhändler Vieweg. Auch noch in den späteren Jahren, da es Fontane schon besser ging, nahm dieser ungeniert die Vermittlung des Freundes in Anspruch. Noch 1859 bat er ihn, ihm einen Redakteurposten zu verschaffen. Auch in den Briefen ist die Teilnahme, die Wolssohn an dem Berliner Freunde nimmt, eine ungemein rührende. Er ist beständig der drängende, der das Band aufrecht erhält, wenn der mürrische, unzufriedene Freund schweigt. Die Herzlichkeit der Verbindung hört auch in den letzten Jahren nicht aus, wenn auch freilich der schwere Kampf des Daseins, den beide zu bestehen hatten, es weniger zu freundschaftlichen Ergießungen kommen läßt, als in der ersten Blüte des jugendlichen Enthusiasmus. Jene Leipziger Zeit war durch mannigfache Vortragsreisen unterbrochen, die Wolfsohn nach Rußland unternahm. Eine Professur in Moskau, die ihm von der russischen Regierung angetragen wurde, lehnte er ab, da er ein Gelübde, daß er dem Vater geleistet, nicht brechen wollte und die ihm gestellte Bedingung, zum Christentum überzutreten, nicht' erfüllen konnte. Die Studien über russische Literatur, die er zwecks dieser Vorlesungen unternahm, die er außer in russischen auch in deutschen Städten hielt, legte er nieder in größeren Werken, von denen das eine „dieschönwissenschaftlicheLiteraturderRussen" 1843erschien, das andere „Rußlands Novellendichter" in drei Bänden 1848 und 51 veröffentlicht wurde. Außerdem veröffentlichte er zahlreiche Uebersetzungen und kritische Aufsätze in der Zeitschrift Europa und veranstaltete eine Sammlung. „Das neue Laienbrevier" 1851, eine Zusammenstellung,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.