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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 161

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Das Gesetz der Heiligkeit und Liebe
Date
1912-01-01
Page
Seite 161 (sequence 16)
Language
German
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161 lichen." (Prov. das.) ^). Ein nicht weniger treffendes Beispiel ist folgendes: die römische Armee belagerte einst die Stadt Lydda und bestand auf der Auslieferung eines gewissen Ula bar Koseheb. Im Falle weiterer Weigerung drohte man den Verteidigern mit der Zerstörung des Ortes und der Niedermetzelung seiner Bewohner. R. Josua ben Levi versuchte Ula zu bestimmen, sich freiwillig den Römern auszuliefern und so die Stadt zu retten. Darauf stellte der Prophet Elijah, der häufig dem R. Josua ben Levi erschien, seine Besuche ein. Nach langer Buße, die der Rabbi sich auferlegte, kehrte Elijah wieder und sprach: ״Erwartest Du, daß ich mich Denunzianten offenbare?" Worauf der Rabbi antwortete: ״Habe ich nicht in Uebereinstimmung mit dem Buchstaben des Gesetzes gehandelt?" ״Aber", entgegnete Elijah, ״dies ist nicht das Gesetz der Heiligen." 2) Die höchste Belohnung der Keduschah oder besser der Chasiduth besteht, wie bereits angedeutet, in der Verbindung mit dem Geiste der Prophetie, ״Chasiduth führt zur Prophetie," oder wie es an anderer Stelle ausgedrückt ist, ״Heiligkeit bedeutet nichts anderes als Prophetie".ף Diese höhere Heiligkeit, die absolute Reinheit in Tat und Gedanken, die gänzliches Fernbleiben von irdischen Dingen in sich schließt, beginnt, wie ein späterer Mystiker richtig darlegt, mit dem menschlichen Streben, sie zu erreichen und endet mit einer Gabe vom Himmel, die dem Menschen durch einen Gnadenakt verliehen wird.4) Der Talmud drückt denselben Gedanken aus in den Worten: ״Wenn ף Baba Mezia, 88 a. Vgl. auch Rabbinowicz, Bariae Lectiones, z. St. 2) Vgl. Jer. Terumoth, 46 b. Vgl. Sch echter, Studios in Judaisrn, Second Series, S. 116 ff. u. 166 ff. s) ואת הקדוש והקריב אין קדושה אלא נבואה שנאמר 7אין קדוש כה. Handschriftlicher Midrasch. Vgl. auch den Text des Sifre Zuta, Monatsschrift, Bd. 50, S. 410 oben. ענין הקדושה ״ י תחלתו השתדלות וסופו מתנה (4 .86 a ,מסילת ישרים 11

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