Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 15 (1912)
- Article
- Das Gesetz der Heiligkeit und Liebe
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 17)
- Language
- German
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162 der Mensch sich ein wenig heiligt, heiligen sie (im Himmel) ihn sehr; wenn der Mensch sich unten (aus Erden) heiligt, so verleihen sie ihm (mehr) Heiligkeit von oben/") ״Alles braucht Hilfe (vom Himmel)."* 2 3 4) Selbst die Thora, die rein und heilig genannt wird, besitzt nur diese erhebende Wirkung, wenn der Mensch sich von jeder hochmütigen Regung freigemacht hat, wenn er sich von jedem Streben nach Besitz gereinigt hat, wenn er in der Tat ganz frei von Sünde ist."ף Nur die Thora mit Heiligkeit vereint kann Gemeinschaft mit Gott Herstellen. So lautet ein Gebet oder vielmehr eine Weissagung eines alten Rabbiners: ״Lerne mit ganzem Herzen und ganzer Seele meine Wege kennen und die Tore meiner Thora beobachten. Bewahre meine Thora in Deinem Herzen, und möge Ehrfurcht vor mir Dir stets innewohnen. Bewahre Deinen Mund vor allem Bösen, und mache Dich heilig gegen alle Sünde und Ungerechtigkeit, und ich will mit Dir sein/") Daher das Gebet, das so oft in der jüdischen Liturgie vorkommt, ״Heiligeuns durch Deine Gebote," denn jede Regung von Hochmut oder ein irdischer Gedanke könnte die heiligende Wirkung vernichten, welche durch die Ausübung eines göttlichen Gesetzes hervorgebracht wird. 1) Joma, 89 a. 2) Midrasch zu Psalm 20. Vgl. Tauch. 9 .קדושים. 3) Vgl. Mechilta v. R. Simon, 98. 4) Berachoth, 17 a. Vgl. auch Rabbinowicz, Variae Lectiones, z. St.