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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Das Gesetz der Heiligkeit und Liebe
Date
1912-01-01
Page
Seite 159 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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159 — daß ein unkeuscher Blick ebenfalls wie Ehebruch zu betrachten ist; und der Vers ״und Ihr sollt nicht umherspähen nach Euren Herzen und nach Euren Augen, denen Ihr nachzugehen Pflegt" (Nurn. 15, 39) lehrt uns, daß ein unkeuscher Blick oder selbst ein unkeuscher Gedanke gleichfalls als Ehebruch zu betrachten sind." *) -l- Das Gesetz der Güte, das eng verknüpft ist mit dem der Heiligkeit, ist eine fernere Erweiterung des Gesetzes. Es entwickelte sich aus ganz allgemeinen Geboten, so steht im Deuteronomium: ״Und Ihr sollt tun, was recht und gut ist in den Augen des Herrn." (6,18) Das bedeutet, wie Nachmanides zutreffend bemerkt, daß die Thora dem Menschen befiehlt, sein Augenmerk zu lenken auf das, was gut und recht ist in den Augen Gottes, da ersichtlich ist, daß Gott Güte und Rechttun liebt. Er fährt fort: ״Dies ist ein wichtiger Punkt, denn es ist unmöglich, in der Thora auf alle Beziehungen zwischen dem Menschen und seinen Nächsten, seinen Freunden, auf seine Geschäftsangelegenheiten, auf alle Verbesserungen, die sich auf die Gemeinde und das Land beziehen, zu verweisen. Aber nachdem die Thora an einer anderen Stelle viele solcher Gesetze erwähnt hatte, (Lev. 19) wiederholt sie, ganz allgemein gefaßt, daß der Mensch tun soll, was gut und recht ist. Das schließt Dinge, wie das Schlichten von Streitigkeiten, das Nichtbestehen auf dem Buchstaben des x) Lev. Rab., 23, 11. Vgl. Pesikta Rabbati, ed. Friedmann, 124b, Text u. Noten. Vgl. auch Mechilta von R. Simon, 111 . . ד״א לא תנאף שלא ינאף ן * י ולא בעין ולא בלב ומנין שהעין והלב מיזנין דכתיב ולא תתורו אחרי לבבכם ואחרי עיניכם• Bgl. audj Evg. Matt. 5, 21 u. 27. Ich vermute, daß der Ausdruck im N. Test. ״Ihr habt gehört" ursprünglich etwas mit der talmudischen Formel zu tun hatte. שומע אני'" ת״ל oder אלא לאי" ת״ל שמענ* oder במשמע י ־ י ת״ל (vgl. Mechilta, 815, 82 b u. 84 a).

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